Ecklak Wilstermarsch

Enttäuschendes Rennen – Ecklaker Kfz-Meister fordert Andi Feldmann heraus

Eine Woche ist es her, dass Sven Franzen aus Ecklak mit seinem grünen Buick Riviera die Veranstalter des Werner Rennens vor einem Desaster bewahrte. Viele eindrucksvolle Erlebnisse begeistern den Kfz-Meister noch heute, doch es schwimmt auch Frustration mit. „Ich fühle mich in meiner Drag Racer-Ehre verletzt“, gesteht Franzen. Auf den TV-Auswanderer Konny Reimann ist er nicht gut zu sprechen. Noch einmal würde er ihm angesichts der gemachten Erfahrungen in solch einer Situation nicht aus der Patsche helfen. „Dem Veranstalter-Team ja, aber Konny Reimann nicht“, betont Franzen.  

Eigentlich wollte Konny Reimann mit seinem 500-PS starken Chevy-Chevelle das Wettrennen gegen Andi Feldmann und seinen selbst gebauten V8-Hot-Rod von 1932 bestreiten. Doch plötzlich stand der Kult-Auswanderer ganz ohne Fahrzeug dar. Der Zoll hatte das Fahrzeug in Los Angeles festgesetzt. Um die 45.000 Zuschauer nicht zu enttäuschen musste eine schnelle Lösung her.

Rennsportchef Manni Glabowski nahm kurzerhand Kontakt zu dem Kfz-Meister aus der Wilstermarsch auf. Über einen gemeinsamen Freund hatten sich die beiden Motorsportbegeisterten auf dem Wacken Open Air kennengelernt. Da beide die Vorliebe für heiße Bikes und feurige PS-Boliden teilen, hatte Glabowski Sven Franzen bei ihrem Kennlerntreffen kurzentschlossen zu dem Motorsportevent eingeladen. „Ich glaube wir haben beide Benzin im Blut, denn die Chemie stimmte auf Anhieb zwischen uns“, so Franzen. Dem überraschenden Hilfegesuch des Rennsportchefs kam Sven Franzen daher ganz selbstverständlich nach. „Unter Rennsportkollegen hilft man sich eben.“

Sorgen um seinen Buick hatte Franzen anfänglich nicht, auch wenn er Konny Reimann vorher nicht persönlich kannte. „Ich gucke nicht so gerne Fernsehen, hatte aber mitbekommen, dass er wohl nicht so ein Oberspinner ist, sondern trotz seiner Bekanntheit wohl noch ganz bodenständig sein soll.“

Doch die Erfahrungen die Sven Franzen mit Konny Reimann gemacht hat, entsprachen in keiner Weise dem Bild, welches er ursprünglich von der 63 Jahre alten Fernsehpersönlichkeit hatte. „Persönlich habe ich ihn als einen äußerst überheblichen und undankbaren Menschen wahrgenommen“, schildert Franzen.

Von Dankbarkeit, dass der Autoschrauber aus der Wilstermarsch ihm seinen liebevoll aufgearbeiteten Straßenkreuzer für die Rennpiste zur Verfügung gestellt hat, war nichts zu merken. „Ganz im Gegenteil“, ärgert sich Franzen. Zu Beginn habe er nur an dem Fahrzeug, das eigentlich für die Straße zugelassen ist und innerhalb von zwei Tagen, in vielen schweißtreibenden Arbeitsstunden für die Piste fit gemacht wurde, herumkritisiert. „Als er versucht hat, mir mein Auto zu erklären, habe ich endgültig gemerkt, dass der Typ eigentlich gar keine Ahnung von der Materie hat“, so Franzen. Da bei der ersten Probefahrt von Konny Reimann thermische Probleme am Auto auftraten, bekam der Rennneuling konkrete Instruktionen von dem Autoschrauber, um den Motor nicht zu beschädigen. „Ach stell Dich nicht so an, wenn er kaputt geht, bekommst du einen neuen“, war seine Antwort. „Hätte er etwas Ahnung, dann wüsste er, dass jeder der solch ein Auto besitzt, alles dafür tut, um das Original zu erhalten.“ Im Zuge der Rennvorbereitungen sollte Sven Franzen dann noch auf Wunsch von Reimann zwei Surfbretter auf dem Autodach festbinden. „Das war ein absolutes No-Go für mich, da hört der Spaß endgültig auf“ zeigt sich Franzen noch heute verärgert, dass Konny Reimann seiner persönlichen Auffassung nach, alleine für sein Image bereitwillig die Zuschauer an der Rennpiste in Gefahr gebracht hätte. Rückendeckung bekam der Kfz-Meister von dem Produktionsteam des Werner Rennens, dass sich der ablehnenden Haltung gegenüber der fixen Idee anschloss.

 
Bei dem eigentlichen Rennen habe Konny Reimann den Start verschlafen und das verborgene Potenzial des Fahrzeuges nicht ans Licht gebracht. Doch eine Lösung hierfür ist bereits in Sicht. „Ich habe Andi Feldmann für das kommende Jahr einer Revance nach Hopen eingeladen und möchte den Leuten selbst zeigen, welche Power wirklich in der Karre steckt.“ Dem Angebot war Andi Feldmann nicht abgeneigt, eine verbindliche Antwort steht jedoch noch aus.

„Das Ruhm einen nicht zu Kopf steigen muss, dafür ist Andi Feldmann der lebende Beweis“, betont Franzen. Auf Augenhöhe habe man sich getroffen und in ehrwürdiger Anerkennung der Leistungen des jeweils anderen gefachsimpelt.