Brokdorf Wilstermarsch

Trotz Corona – Mahnwache am AKW Brokdorf

Eine sehr kleine Gruppe Atomkraftgegner versammelten sich gestern am Haupttor des Kernkraftwerks Brokdorf zur monatlichen Mahnwache. Seit mittlerweile 34 Jahren treffen sich hier an jedem 6. eines Monats Protestler aus Schleswig-Holstein und Hamburg, um gemeinsam ein Zeichen gegen die Atomenergie und für die weltweite Abrüstung zu setzen. Wegen des grassierenden Coronavirus stand die Durchführung zunächst auf der Kippe. Gegenüber der Genehmigungsbehörde versicherten die Veranstalter jedoch, alle vom Gesundheitsministerium erlassenen Infektionsschutzmaßnahmen strikt einzuhalten und die Teilnehmerzahl auf ein Minimum zu reduzieren. So wurden im Wesentlichen ortsansässige Atomgegner mobilisiert, was bereits einige Schwierigkeiten in sich barg, da viele  der Protestler nach eigenen Angaben zur Risikogruppe zählen und daher von einer Teilnahme abstand nahmen. „Angesichts der derzeitigen Situation halten wir die bevorstehende Revision mit gut 1000 Revisionsarbeitern für unangemessen, da sich unter anderen der erforderliche Infektionsschutz kaum einhalten lässt. Zudem wird der Strom aus dem Kraftwerk aus der Elbe derzeit gar nicht benötigt“, so Mitinitiator Karsten Hinrichsen (Brokdorf Akut). Aus diesen und weiteren Gründen forderten die Protestler die Betreiberfirma Preussen Elektra dazu auf, den Leistungsbetrieb des Kernkraftwerk Brokdorf nicht erst zum Ende des kommenden Jahres, sondern sofort einzustellen.