Wilster

Hilfsbereitschaft während der Coronakrise

In Wilster fand der Afghane Abdullah Heydari gemeinsam mit seiner Familie Zuflucht vor bewaffneten und gewaltsamen Konflikten in seinem ursprünglichen Heimatland.  Nun möchte er sich erkenntlich zeigen und bietet einen kostenloser Einkaufs-Service für Senioren und all jene Menschen an, die aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören.

Fünf Jahre ist es her, dass Abdullah Heydari gemeinsam mit seiner Frau und ihren zwei kleinen Kindern vor der Schreckensherrschaft der Taliban aus Afghanistan flohen. Über vier Wochen war die junge Familie größtenteils zu Fuß unterwegs, bis sie in Deutschland Zuflucht fand. Nach einer kurzen Zeit in einer Aufnahmeeinrichtung ging es weiter nach Wilster. Die zugewiesene Marschenstadt wurde für die Heydaris zur neuen Heimat. Nachdem sie sich vor zwei Jahren über Familienzuwachs freuen durften, lebt die Familie nun zu fünft in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Etatsrätin-Doos-Straße 10. „Wir wurden in Wilster unglaublich nett empfangen“, erinnert sich Abdullah Heydari. Der gelernte Schweißer, der bereits Deutsch spricht, absolviert derzeit einen weiterführenden Sprachkurs an der Volkshochschule, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. „Aufgrund der Corona-Krise findet derzeit kein Unterricht statt. Meine freie Zeit möchte nutzen, um ich mich bei den Menschen aus Wilster dafür erkenntlich zu zeigen, dass sie uns hier so toll aufgenommen haben“, erzählt der 39-jährige Familienvater. Sein Angebot richtet sich in erster Linie an die Senioren und jene WIlsteraner, die aufgrund einer Vorerkrankung zur Risikogruppe gehören und sich daher fürchten außer Haus zu gehen. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit diese Menschen zu unterstützen und die Einkäufe für sie zu erledigen“, sagt Abdullah Heydari. Sein Engagement ist ehrenamtlich. Entlohnt werden möchte er dafür nicht. „Es ist wichtig, dass die Menschen in Zeiten einer Krise zusammenhalten“, betont der gebürtige Afghane. Zudem sei es ratsam, wenn derzeit nicht so viele Menschen draußen herumlaufen und die Supermärkte besuchen. Schon gar nicht Menschen, die aufgrund des Alters oder Vorerkrankungen besonders gefährdet sind. „Insbesondere älteren Menschen sollte die Gesellschaft in solchen Zeiten hilfreich zur Seite stehen“, sagt Abdullah Heydari und erklärt, warum er sich mit seinem Anliegen kurzerhand an unsere Zeitung gewandt hat: „Eigentlich wollte ich mit einem Aushang in Supermärkten auf mein Angebot aufmerksam machen, doch bedauerlicherweise durfte ich meine Mitteilung dort nicht platzieren.“ Zu erreichen ist der junge Familienvater telefonisch. Über die Telefonnummer 01739891934 oder 01794430700 ist er erreichbar. „Ich hoffe, dass einige junge Menschen meinem Beispiel folgen und sich ebenfalls für jene Menschen engagieren, die Hilfe nötig haben.“