Brokdorf

Zukunftsworkshop: Gemeinsam die Entwicklung der Gemeinde planen

Nach der Auftaktveranstaltung im Januar des vergangenen Jahres lud die Gemeindevertretung um Bürgermeisterin Elke Göttsche gemeinsam mit dem leitenden Verwaltungsbeamten des Amtes Wilstermarsch, Heiko Wiese sowie Projektleiter Olaf Prüß vom Planungsbüro Region Nord die Brokdorfer Bürger am Dienstagabend zum zweiten Zukunftsworkshop 2030 in die Sporthalle der Elbgemeinde ein.

 Wollten bei der ersten Veranstaltung noch rund 120 Einwohner aktiv an der planerischen Gestaltung der Gemeinde teilnehmen, blieben dieses Mal mit knapp 60 Teilnehmern viele Stühle unbesetzt. Auf das Engagement der Anwesenden hatte dies jedoch keinen Einfluss. In drei Gruppen gegliedert, setzten sich die Teilnehmer drei Runden – jeweils 20 Minuten – lang äußerst konstruktiv mit unterschiedlichen Themenfelder auseinander. Großes Lob gab es hierfür am Ende von den Veranstaltungsinitiatoren.

„Einige Punkte, die im vergangenen Jahr noch auf der Liste standen, sind bereits in Bearbeitung“, informierte Olaf Prüß die Teilnehmer. Beispielgebend plane das Unternehmen Vodafone die Errichtung eines LTE-Funkturmes, um das Funkloch zu schließen und auch die Freibadsanierung sei bereits beschlossenen, so dass diese Punkte von der Liste entfernt werden können.

In Halle 1 ging Imme Lindemann vom Planungsbüro Region Nord der allgemeinen Frage auf den Grund, wie die Gemeinde Brokdorf in zehn Jahren aussehen soll. Derweilen erkundigte sich ihre Kollegin in der nachfolgenden Halle danach was es braucht, um das Gemeinschaftsgefühl im Ort zu stärken und das Miteinander so zu lenken, dass sich alle Altersgruppen in der Gemeinde wohl und sich dieser zugehörig fühlen. In Halle 3 stand das Ortsbild und die Flächenentwicklung aus baulicher Sicht, sowie die Entwicklung der Wirtschaft und Infrastruktur im Fokus des Interesses von Olaf Prüß.

Neben dem Freizeitangebot, der Dorfgemeinschaft samt Vereinsleben sei es vor allem die Nähe zum Wasser was die Brokdorfer an dem Leben in ihrer Elbgemeinde besonders schätzen. Doch gerade hier gäbe es derzeit eine Fülle an Problemen. Große Sorgen bereitet den Bürgern der Bau der etwa 24 Hektar großen Unterwasserablagerungsflächen auf der Elbe vor Brokdorf. Rund 700.000 Kubikmeter Bodenaushub aus der Fahrrinne sollen hier abgelegt werden. Erste negative Auswirkungen seinen bereits jetzt zu spüren. Angesichts einer zunehmenden Verschlickung und damit sichtlichen Verkleinerung der sandigen Strandabschnitte und massiven Verschlechterung der sonst durch ein Prüflabor als „sehr gut“ bewerteten Wasserqualität, sehen die Bürger die Zukunft der Elb-Badestellen und eine künftigen  touristische Vermarktung im Zusammenhang mit dem Elberadweg in Gefahr. „Hier besteht dringender Prüfung und Handlungsbedarf“, forderten zahlreiche Teilnehmer.  

Bis Ende Juni wird das Planungsbüro sich nun mit den, in den beiden Bürgerversammlungen zur Dorfentwicklung zusammengetragenen Themen auseinandersetzen und umsetzbare Konzepte erstellen. Diese werden dann zunächst der Gemeindevertretung und anschließend der Öffentlichkeit präsentiert.