Wewelsfleth Wilstermarsch

Viermastbark PEKING – Montage der Rahen am Kreuzmast

Text & Fotos: Stiftung Hamburg Maritim

Viermastbark PEKING – Montage der Rahen am Kreuzmast
Bei der Montage der zwei ersten tonnenschweren Rahen am Kreuzmast der PEKING hatten die Takler am 03.02.2020 das Kommando auf der Peters Werft in Wewelsfleth. Der Kranfahrer hob auf Handzeichen der Takler die Rahen nacheinander an ihre Position. Dort wurden sie von Taklern mit dem Rack am Mast befestigt.
Mit der Montage der ersten Rahen am Kreuzmast rückt auch der Abschluss der PEKING-Restaurierungsarbeiten wieder ein Stück näher. Die Stiftung Hamburg Maritim liegt damit im Zeitplan.
Die Rahen tragen die Rahsegel und sind an den Masten und Stengen beweglich befestigt. Charakteristisch für eine Viermastbark ist, dass die vorderen drei Masten mit Rahsegeln bestückt sind, bei der PEKING jeweils sechs pro Mast. Der Besanmast hat dagegen nur ein Gaffelsegel. Alle vier Masten der PEKING sind im Original erhalten geblieben, mussten aber gründlich saniert werden. Die so genannten Stengen, die Verlängerungen der Masten oberhalb der Saling, existierten nicht mehr und mussten erneuert werden.
In der Schiffsbauhalle der Peters Werft wurden die Rahen und Stengen für das Rigg der PEKING gefertigt. Als Rigg wird in der seemännischen Fachsprache die Gesamtheit der Takelage bezeichnet.
Von den 18 Rahen der PEKING waren noch zwei erhalten geblieben. Für die Rekonstruktion der fehlenden Rahen konnten überlieferte Zeichnungen herangezogen werden. Die Fachleute orientierten sich dabei auch an den zwei noch vorhandenen Rahen.
Früher wurden die Rahen und Stengen in Nietkonstruktion hergestellt, was heutzutage nicht mehr praktiziert wird. Auch dieser Restaurierungsabschnitt war wieder eine besondere Herausforderung für die Schiffbauspezialisten. Es ist gelungen, mit modernen Verfahren die Rahen in authentischer Formgebung nachzubauen. Die Grundelemente der Rahen und Stengen wurden in Holland aus Stahlplatten auf der Kantbank vorgeformt und als halbe Rohrsegmente in Wewelsfleth angeliefert. Es waren über 400 Halbschalen, die auf der Werft zu konischen Rohren mit Laibung verschweißt wurden. Die originalgetreu nachgebildeten Beschläge wurden komplett in Wewelsfleth gefertigt.

Eine Taklerin steht vor den vorbereiteten Rahen Copyright: Stiftung Hamburg Maritim
Taklerinnen bereiten in luftiger Höhe die Montage der Rah am Kreuzmast vor Copyrigth: Stiftung Hamburg Maritim
Die erste Rah wird am Kreuzmast der PEKING befestigt
Copyright: Stiftung Hamburg Maritim