Wilster

Britta Schröder: Neue Schiedsfrau in Wilster

Zwei Jahre blieb das Amt der stellvertretenden Schiedsperson vakant. Doch nun wurde der Posten an der Seite von Schiedsmann Volker Paarmann wieder neu besetzt. Nach einem Artikel in der Wilsterschen-Zeitung gab es gleich drei Bewerbungen für die freie Stelle. „Die Ratsversammlung sah sich keiner leichten Aufgaben gegenübergestellt“, betonte Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck. Alle drei Bewerberinnen zeichneten sich mit hoher Qualifikation aus.

Das Rennen machte am Ende Britta Schröder. Die gebürtige Dithmarscherin, die vor acht Jahren ihren Lebensmittelpunkt von Friedrichskoog nach Wilster verlegte, ist beruflich im Bereich der Arbeitsmedizinischen Vorsorge tätig. „In meinem Job spielt das Zwischenmenschliche eine große Rolle“, sagt die Familienmutter. Der vertrauensvolle Umgang mit sensiblen Daten und Informationen, das Vermitteln zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sei ihr tägliches Brot, beschreibt die 47-Jährige ihren Berufsalltag.

„Da mein Opa früher Schiedsmann war und es mich begeistert hat, wie er zwischen den Menschen vermitteln konnte, war es schon als Kind mein Wunsch, auch einmal dieser ehrenamtlichen Tätigkeit nachzukommen“, so Britta Schröder. Über viele Jahre schlummerte dieses Verlangen im Hintergrund.

In diesem Jahr ergab es sich zufällig, dass sie als unparteiische Person im privaten Umfeld erfolgreich dazu beitragen konnte, dass eine Unstimmigkeit beigelegt wurde. „Das war schon ein tolles Gefühl“, zeigte sich die 47-Jährige über ihren Erfolg erfreut und sagte weiter: „Wenige Wochen später lass ich in der Zeitung, dass in Wilster noch eine stellvertretende Schiedsperson gesucht wird.“ Bestärkt von der gelungenen Vermittlung schrieb sie ihre Bewerbung. Nach der Sitzung der Ratsversammlung kam im November der positive Bescheid und wenige Wochen später erfolgte die formelle Vereidigung durch die Direktorin des Amtsgerichts Itzehoe.   

Die Wahrscheinlichkeit, dass Britta Schröder als Schiedsfrau zum Einsatz kommen wird, auch wenn sie als Stellvertreterin des Hauptschlichters vereidigt wurde, ist mehr als hoch. „Bei uns in Wilster ist es gute alte Tradition, dass alle Fälle gemeinsam von beiden Schiedspersonen verhandelt werden“, sagte Thorsten Franck. Die Erfahrung habe gezeigt, dass dieses Vorgehen nur Vorteile habe.

Drei bis vier Mal im Jahr werden in der Marschenstadt die Dienste der Schiedspersonen abverlangt.

„In der Regel handelt es sich um Nachbarschaftsstreitigkeiten“, so Volker Paarmann, der sich auf die Zusammenarbeit mit seiner Stellvertreterin freut. Der 72-jährige Pensionär hat bereits vier seiner fünfjährigen Amtszeit als ehrenamtlicher Schiedsmann des Schiedsbezirks Wilster hinter sich. Voraussichtlich wird er sich ein weiteres Mal für den Posten bewerben, dies sei vor allem davon abhängig, ob er gesund bleibe.