Brunsbüttel

Neues Stimmenverhältnis in Brunsbütteler Ratsversammlung

Mit mehr als ein Drittel der Wählerstimmen wurde die Brunsbütteler CDU im Mai des vergangenen Jahres stärkste Kraft in der Schleusenstadt. Acht Sitze erhielten die Christdemokraten in der Ratsversammlung. Ein überraschender Lagerwechsel von CDU-Ratsfrau Roswitha Rickert sorgte nun für eine Änderung der Sitzverteilung und Kräfteverhältnisse. Der unerwartete Rückzug von SPD-Ratsherr Jürgen Abromeit aus der Kommunalpolitik brachte darüber hinaus zusätzlichen Schwung ins Personalkarussell.

„Es ist nicht das, was die Bürger gewählt haben“, halte es in der vergangenen Woche in der Ratsversammlung aus den Reihen der Liberalen und Christdemokraten. Die unterschwellige Kritik war nicht in Richtung des ausscheidenden Ratsherrn der Sozialdemokraten gerichtet. Sein Abschied aus gesundheitlichen Gründen sorgte unter den Vertretern aller Fraktionen für Bedauern. „Wir haben deine klare, sachliche und ruhige Art sehr zu schätzen gelernt“, sagte Bürgervorsteher Michael Kunkowski (CDU).

Roswita Rickert

Einen faden Geschmack hinterließ bei den Christdemokraten und Liberalen vielmehr das Vorgehen von Roswitha Rickert, dass sich dem Eindruck nicht entziehen konnte, von langer Hand geplant gewesen zu sein. Beide Parteien sind unmittelbar von der Entscheidung Rickers betroffen. Bereits im September hatte diese erklärt, mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grauen Panther, Heinz Zindler eine Fraktion unter dem Namen „Wählerinitiative Graue Panther / Pro Biotop Altenhafen“ zu gründen und deren Vorsitz zu übernehmen. Schon als Mitglied des Seniorenbeirats arbeitete Roswitha Rickert eng mit dem Vorsitzenden der Brunsbütteler Grauen zusammen. Aufgrund des veränderten Kräfteverhältnisses wurde in diesem Zusammenhang, von der neuen Fraktion, eine Neubesetzung der Ausschüsse beantragt.

Heinz Zindler

Entgegen der, durch die Gemeindewahlen vorgesehen Sitzverteilung, sind die Christdemokraten künftig wie die SPD mit 7 Sitzen in der Ratsversammlung vertreten. Die Liberalen behalten ihre vier und die Grünen drei Mandate. Die neue Fraktion der Grauen gewinnt hingegen ein Mandat dazu und wird künftig auch in den ständigen Ausschüssen ein Stimmenrecht erhalten, während die FDP hier eine Stimme verliert.

Den Platz von Jürgen Abromeit in der Ratsversammlung bekleidet künftig Anke Wutkowski, die zu Beginn der Sitzung per Handschlag als Ratsfrau verpflichtet wurde. Neuer Bauausschussvorsitzender wurde Bernd Wutkowski. Zu dessen Stellvertreter wurde Dirk Mohr ernannt. 

Angesichts Mandat-Gleichheit hätten CDU und SPD per Losentscheid über die Verteilung der Ausschussvorsitzenden bestimmen können. „Wir haben uns mit der SPD-Fraktion zusammengesetzt und uns einvernehmlich darauf geeinigt, auf ein Losverfahren zu verzichten. Stattdessen möchten wir die Arbeit so wie bisher weiterlaufen lassen“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Brunsbütteler Christdemokraten, Peter Hollmann.

Personelle Veränderungen gab es zudem im Ortsbeirat Brunsbüttel Süd. Nachdem Jenny Henschel Mitte November ihren Sitz als bürgerliches Mitglied im Ortsbeirats Brunsbüttel Süd niedergelegt hat, musste die CDU-Rathausfraktion auch hier einen freigewordenen Posten neu besetzen. Einstimmig griff die Ratsversammlung den Vorschlag der CDU-Fraktion auf und sprach sich für Tobias Witt als Nachrücker aus.