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Zustand des Entwässerungssystems bereitet Förderverein Wilster Au und Schleuse Sorgen

Wilster - „Das sich verändernde Klima und nachweislich zunehmende Extremwetterlagen stellen uns vor neue Herausforderungen in Sachen Hochwasserschutz“, betonte der Vorsitzende des Fördervereins Wilster-Au und Schleuse Reinhard Bunge am Dienstagabend im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins im Hotel Busch. Doch um die Menschen und das Land vor drohenden Naturgewalten und Wassermassen zu schützen, reichen Deicherhöhungen alleine nicht aus. Diese Küstenschutzmaßnahmen erweisen sich als wenig effektiv, wenn das Wasser quasi aus dem Landesinnern kommt. In der Wilstermarsch übernehmen die 19 Kilometer lange Wilster Au und die Schleuse in Kasenort eine bedeutende Rolle, wenn es um die Oberflächenwasserableitung geht. Eine Fläche von mehr als 3500 Hektar Größe, wird über den natürlichen Wasserlauf entwässert. Ununterbrochen wird Wasser aus den tiefer gelegenen Ländereien der Wilstermarsch in die Au gepumpt. Doch die drastisch zunehmende Verschlickung der Wilster Au, sowie der bauliche Zustand der fast 89 Jahre alten Schleuse in Kasenort bereiten dem Verein Sorgen. „Wir Sorgen uns, das die Au und das Wasserbauwerk ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können und die Wilstermarsch wie eine Badewanne vollläuft“, brachten einige Vereinsmitglieder ihre Befürchtungen zum Ausdruck. Bereits jetzt werde das Abwassersystem bei Starkregen an seine Leistungsgrenze gebracht. „Man mag sich gar nicht ausmalen was passiert, wenn es mal über ein paar Tage oder Wochen dauerhaft regnet, so wie erst jüngst in England“, tönte es aus der Runde. „Dieses Thema sollte mehr Beachtung finden und in einem besonderen Fokus stehen“, forderte Bunge. Der Fördervereinsvorsitzende kündigte die uneingeschränkte Unterstützung des Vereins an, wenn es um die Lösung von Problemen geht, die mit der Wilster-Au und der Schleuse in Verbindung stehen. Das hinter den Worten durchaus auch Taten stehen stellte der Förderverein bereits mehrfach unter Beweis. So wurde die Stadt unter anderem mit einem Betrag von 6000 Euro für die Planungen des zweiten Bauabschnittes zur Sanierung der Schleuse Kasenort unterstützt. Die Planungen waren eigentlich schon längst abgeschlossen und alle notwendigen Genehmigungen für den zweiten Bauabschnitt lagen vor, doch aufgrund fehlender Gelder konnte eine Durchführung der notwendigen Arbeiten nicht in Auftrag gegeben werden. Nachdem die Fünfjahresfrist für die 1999 erteilten Genehmigungen abgelaufen war, erloschen die Berechtigungen. Eine Reaktivierung der Bewilligungen, insbesondere der denkmalrechtlichen Genehmigung war nicht möglich. „Wir mussten einen komplett neuen Entwurf anfertigen“, erläuterte der Gastreferent Hubert Lindemann von der Lindemann Ingenieurgesellschaft GmbH. Dieser lieferte einen umfangreichen Einblick in den aktuellen Planungsstand um den zweiten Bauabschnitt. Dieser sieht unter anderen die Errichtung eines Schöpfwerk, mit einer Förderleistung von 2 Kubikmeter pro Sekunde, im Schleusenbereich vor. „Dieses Vorhaben dürfte im Sinne des Denkmalamtes sein“, unterstrich Hubert Lindemann. Denn dort wo das Pumpenhaus errichtet werden würde stand vor fast 100 Jahren bereits mal ein zur Schleuse gehörendes Häuschen in nahezu selber Größe. Die Errichtung eines Schöpfwerke würde rund ein Jahr Bauzeit in Anspruch nehmen. Auswirkungen auf die Nutzung der Schleuse hätten die Arbeiten keine. Auch die Sanierung der Schleuse könnte in einem Jahr abgeschlossen werden. Jedoch müsste die Anlage von April bis etwa September trockengelegt werden. Die Regulierung des Wasserstandes in der Au würde über die Schöpfwerke laufen. „Der zweite Bauabschnitt könnte auch in zwei Teilbereiche gegliedert werden“, so Lindemann. Das hätte den Vorteil das eine Kostenverteilung vorgenommen werden könne und es sei sichergestellt, dass die Schleusenanlage bis zum Herbst wirklich wieder betriebsbereit sei. Die Kostenkalkulation ist noch in Arbeit und so konnte der Ingenieur auch dem Bauausschuss, den er mit diesem Thema im Februar im Zuge einer Sitzung besuchte, noch keine Zahlen nennen.   webSchleuse04 webSchleuse03
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