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Wirtschaftskrieg – Deutsche Unternehmen im Fokus von Wirtschaftsspionen

Schleswig-Holstein 27.10.2016 - Deutschland im Wirtschaftskrieg. Die Zahlen sind alarmieren. Jedes Jahr entstehen der deutschen Wirtschaft Schäden in Höhe von geschätzten 50 bis 100 Milliarden Euro durch Wirtschaftsspionage. Rund 69 Prozent aller deutschen Industrieunternehmen wurden bereits Opfer von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage. Immer häufiger nehmen Geheimdienste und Wirtschaftsspione auch kleine sowie mittlere Unternehmen ins Visier. „Viele Unternehmer fragen sich, warum ausgerechnet sie ins Fadenkreuz von Spionen und Cyberangriffen geraten sollten. Ihr eigenes Unternehmen werten sie selber als zu unbedeutend für derartige Angriffe und messen dem Thema Firmen- und IT-Sicherheit daher zu wenig Bedeutung bei“, äußerte ein Sprecher des Ministeriums für Inneres und Bundesangelegenheiten im Zuge einer Informationsveranstaltung. Zu dieser hatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Woche der Industrie“, die Industrie und Handelskammer (IHK) Flensburg gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten nach Brunsbüttel eingeladen. Die vorausgegangene Erkenntnis fand in der Teilnehmerzahl ihre Bestätigung. Gerade einmal eine Handvoll Teilnehmer, die sich über mögliche Sicherheitslücken und Vorgehensweisen krimineller Vereinigungen sowie ausländischer Spione informieren lassen wollten, zählte die Veranstaltung. „Die Gründe, warum gerade Ihr Unternehmen in den Fokus solcher Machenschaften geraten kann, können vielseitig sein“, betonte der Referent des Verfassungsschutzes. So hat sich beispielsweise China das Ziel gesetzt, bis 2020 die führende Weltwirtschaftsmacht zu werden und mit allen Mitteln, bestehende Technologielücken zu schließen. Rund 800.000 offizielle Mitarbeiter zählt das Ministerium für Staatssicherheit, das unter anderen für die Beschaffung wichtiger Wirtschaftsdaten und -Informationen zuständig ist. „Die Chinesen gehen häufig in Staubsaugermanier vor und nehmen erst einmal alle Daten auf, die sie bekommen können“, so der Verfassungsschutzmitarbeiter. Somit ruft das Sammeln von Daten und deren Weiterverkauf auch kriminelle Organisationen auf den Plan. Im Land der aufgehenden Sonne gilt das Kopieren als eine Kunst, es wird dort nicht als Rechtsverstoß gewertet, somit gibt es keine Hemmschwelle, Pläne für fremde Technologie oder Produkte aufzukaufen und nachzubauen. Als potenziell gefährdet gelten vor allem Unternehmen, die beispielsweise als Dienstleister/Zulieferer mit großen Wirtschaftsunternehmen in Kontakt stehen. Solche Unternehmen, unabhängig deren Größe werden von Auskundschaftern genutzt, um sich dem eigentlichen Objekt ihrer Begierde nähren zu können. Firmen können dabei sowohl personell als auch über Spionage-Software infiltriert werden. „Im Jahr 2015 gab es über 430 Millionen varianten gefährlicher Schadsoftware“, teilte der Referent mit. Nicht immer werden Computer von außerhalb angegriffen, sondern häufig auch mit ganz einfachen Mitteln von innen heraus. „Ein mit Schadsoftware verseuchter USB-Stick der über den Zaun geworfen, oder gezielt andernorts so platziert wird, dass man ihn findet und er die Neugierde seines Finders weckt, wurde schon manchem Unternehmen zu Verhängnis“, betonte der Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und weist auf die Internetpräsenz des Bundesamtes hin. Unter der Internetadresse www.verfassungsschutz.schleswig-holstein.de finden Besucher der Homepage viele hilfreiche Tipps zu dem Thema Sicherheit für Unternehmen.    
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