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Vorbereitungen für den Schleusenbau fast abgeschlossen

Brunsbüttel 04.02.2015 -  Per Handschlag begrüßte die Leiterin des Wasser und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel, Gesa Völkl am Montagabend die Gäste zur Informationsveranstaltung zum Neubau der 5. Schleusenkammer in der Sporthalle der Brunsbütteler Südseite. Äußerst überrascht zeigten sich die Wasserbehörde und der Verein Initiative Brunsbüttel-Süd (IBS), die gemeinsam zum Informationsabend einluden, über das große Interesse aus der Bevölkerung. „Wir hatten vorsorglich schon einmal 40 Stühle aufgestellt“, so Völkl. Doch am Ende füllten mehr als 200 Gäste die Halle.   Viele neue Informationen konnten Bauingenieur Fritz Peter Eißfeldt, dem als Baubevollmächtigter die Gesamtleitung des Schleusenbauprojektes unterliegt, sowie Diplom-Ingenieur Robert Pieper, zuständig für die Erdbauarbeiten, derzeit über das rund 474 Millionen teure Bauprojekt, das sich über eine Bauzeit von sieben Jahren erstreckt, nicht liefern. Dafür tauchten beide Redner etwas tiefer in die Thematik ein und erläuterten den Zuhörern einige Details zu der Bauweise der Schleusenkammer.   „Wir befinden uns derzeit noch in der ersten Projektphase, in der wir sämtliche Vorbereitungen für den eigentlichen Baubeginn treffen“, so Eißfeldt. Doch diese könnte in Kürze abgeschlossen werden. Zu den vorbereitenden Maßnahmen zählt unter anderen die Errichtung eines Versorgungstunnel, der unter der Schleusenanlage entlangführt. Des weiteren wurde ein neues Betriebsgebäude für die Energieversorgung und Steuerung der Schleusenanlage außerhalb der Schleuseninsel errichtet und in Betrieb genommen. Die Beseitigung sämtlicher Gebäude und Fundamente auf der Schleuseninsel stehen vor dem Abschluss und auch der Kampfmittelräumdienst ist mit der Erkundung des 16 Hektar umfassenden Erdreiches nahezu fertig. „Glücklicherweise wurden bislang keine gefährlichen Bomben- oder Munitionsreste gefunden“, sagte Pieper.   Die ausführenden Firmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG (Hamburg), Bam Civiel (Gouda/Niederlande) und  Wayss & Freytag Spezialtiefbau GmbH (Düsseldorf), die für ein Auftragsvolumen von 412 Millionen Euro sämtliche Massivbau-, Erdbau- und Wasserbauarbeiten durführen, haben im Bereich der Fähre Ostermoor Baubüros und Lager errichtet. Ferner wird das in drei Teilbereiche gegliederte Lagerareal für die 1,7 Millionen Kubikmeter Kleiboden, die für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel ausgehoben werden müssen, vorbereitet. Voraussichtlich März/April wird hier der erste Bodenaushub auf dem Wasserweg angeliefert. Hierfür wurde bereits 2012 ein Anleger errichtet. Der Bau eines zweiten Anlegers am Nord-Ostsee-Kanal sowie eines Baustellenanleger auf der kanalzugewandten Seite der Schleuseninsel sind in Planung.   „Wir erwarten großes öffentliches Interesse an dem Schleusenbau, und das nicht nur national, sondern auch international“, teilte Gesa Völkl mit. Angedacht ist daher die Errichtung einer Containeranlage für Besuchergruppen auf der Brunsbütteler Nordseite im Bereich der Schillerstraße. Da Baustellenbegehungen für Besucher aus sicherheitsrelevanten und gesetzlichen Gründen nicht realisierbar sein werden, sollen interessierte Besuchergruppen nach vorheriger Anmeldung, hier die Möglichkeit erhalten, sich anhand von Vorträgen, Modellen, Filmen, einer steuerbaren Webcam über den Verlauf des Bauvorhabens zu informieren. Die Errichtung einer solchen Containereinheit wird heute (Mittwoch) auch Thema im Hauptausschuss sein. „Wir stellen uns vor, dass die Stadt Pächter und Betreiber dieser Anlage wird und die Volkshochschule (VHS) mit der Betreuung der Besuchergruppen beauftragt. Diese müsste jedoch durch den Hauptausschluss der Stadt beschlossen werden“, erläuterte Sabine Tegeler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim WSA.   Die abschließende Möglichkeit der Fragestellung nutzte unter anderen Hans Peter Micheel. Der Wilsteraner wollte wissen, ob es durch die rund sechs Meter hohe Lagerung der 1,7 Millionen Kubikmeter Kleiboden nicht zu einem Grundbruch kommen kann, wie es ihn bereits beim Bau des Kanals gegeben habe. Durch die Verdrängung tieferliegender Erdschichten hätten sich damals Gräben geschlossen und das vorhandene Entwässerungssystem wurde in Mitleidenschaft gezogen. Einen solchen Grundbruch schloss Fritz Peter Eißfeldt aus. Zahlreiche Bodenuntersuchungen wurden bereits durchgeführt, die für eine Eignung der Fläche sprachen. Zudem würden kontinuierlich Untersuchungen während des Bauvorgangs durchgeführt werden und auch die Durchführung der Lagerung sei so konzipiert, dass die Stabilität und die Tragfähigkeit unterer Erdschichten gewährleistet werden kann. In einem etwa halbjährlichen Rhythmus möchte das WSA künftig zu Informationsveranstaltungen laden, damit sich die Bevölkerung ein Bild vom Verlauf des Bauvorhabens machen und die Möglichkeit erhält Antworten auf offene Fragen zu bekommen.  
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