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Tag der offenen Tür vor dem Bürgerentscheid über einen Schulneubau

Brunsbüttel 18.01.2015 -  Eine Woche vor dem Bürgerentscheid über den geplanten Schulneubau lud die Gemeinschaftsschule zu einem Tag der offenen Tür ein. „Uns ist es wichtig, dass die Brunsbütteler, die zum Gang an die Wahlurne aufgefordert werden, vorab die Möglichkeit erhalten, sich ein eigenes Bild vom Zustand des Gebäudes und von den räumlichen Gegebenheiten machen zu können“, betonten die stellvertretende Schulleiterin Kirsten Werner und Lehrer Heinz Staack. Interessierte Brunsbütteler, die am Samstagvormittag die Gelegenheit der Schulbegehung nutzten, wurden nicht nur von Schüler-Guides durch das Gebäude geführt, sondern konnten in den unterschiedlichen Klassenräumen drei Stunden lang den Schulunterricht live verfolgen. „In manchen Klassenräumen saßen fast 30 Schüler zusammengepfercht, das hat mich schon etwas erschrocken“, sagte Daniela Karstens . Im Sommer soll ihr Kind von der Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, daher nahm sie das Angebot des Tags der offenen Tür dankend an. „Für unser Kind steht ebenfalls ein Schulwechsel an und da wollten wir einfach mal schauen, ob der Zustand an der Gemeinschaftsschule wirklich so schlimm ist“, so Jesica und Frank Kämmerling (Foto erb02). „Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass die Räume viel zu klein sind. Bei den Schülerzahlen in so engen Räumen habe ich die Befürchtung, dass manche Kinder von den Lehrern einfach gar nicht mehr richtig wahrgenommen werden können“, äußerte Frank Kämmerling. Das Paar aus der Schleusenstadt wird am 25. Januar für einen Neubau stimmen. Sie haben die Befürchtung, dass ein Umbau der Gemeinschaftsschule endlos in die Länge gezogen werden würde und sich somit für die Schüler und Lehrer, über viele Jahre nichts ändern werde. „Nachdem wir uns jetzt ein Bild von der Schule gemacht haben, werden wir für den Schulneubau stimmen“, betonten auch Kerstin und Doris Taner (Foto erb03). „Für jedes Tier muss eine gewisse Raumgröße zur Unterbringung vorgehalten werden, das scheint augenscheinlich für Schüler nicht zu gelten“, zeigte sich Kerstin Taner entsetzt. (Foto erb04) Der fast zwei Kilometer lange Weg zur Sporthalle, sowie die Unterbringung einiger Schüler in Unterrichtscontainer, die nicht einmal über Toiletten verfügen, sodass die Kinder bei Wind und Wetter erst über den Schulhof laufen müssen, um ihre Notdurft zu vollrichten oder sich schlicht die Hände zu waschen, waren nur einige Punkte, die beide Brunsbüttelerinnen entsetzten. „Sollte sich die Mehrheit gegen einen Schulneubau aussprechen ist wirklich zu überlegen, ob man sich nicht mit anderen Eltern und Großeltern zusammenschließt, um Fahrgemeinschaften zu bilden, um die Kinder dann an einer anderen Schule unterzubringen“, waren sich Kerstin und Doris Taner einig. „Der Zustand an unserer Schule ist unhaltbar. Ein Umbau würde beinahe soviel wie ein Neubau kosten und am Ende hätte man immer noch ein altes Gebäude. Auch wenn ich nicht mehr von einem Neubau profitieren würde, würde ich für den Neubau stimmen, auch wenn meine Eltern gegen den Neubau sind. Leider werde ich jedoch erst am 29. Januar 16 Jahre alt und darf somit keine Stimme abgeben“, sagte Dominik Paschke. (Foto erb07 – Unterricht im alten Chemie-Raum: v.li Dominik Paschke, Kirsten Werner und Rick Jensen) Ursprünglich wollten die Schüler, die mehrheitlich für den Schulneubau sind, mit selbstgefertigten Plakaten (Foto erb05-06) an der Außenfassade des Schulgebäudes ihre Meinung zu diesem Thema zum Ausdruck bringen. Auf Bitten der Stadt wurden die Transparente jedoch wieder entfernt. „Das Schulgebäude zählt zu den städtischen Liegenschaften, um eine mögliche Anfechtbarkeit der Wahlen durch den Vorwurf der Wahlbeeinflussung vonseiten der Stadtverwaltung ausschließen zu können, sind wir der Bitte sofort nachgekommen“, sagte Kirsten Werner. Nachbarn, die die Abnahme der frisch aufgehängten Spruchbänder beobachtet hatten, boten den Schüler daraufhin die Vorgärten als Aufstellflächen an. Das so manch ein politischer Vertreter und Gegner des Schulneubaus im Kampf gegen den geplanten Neubau harte Bandage angezogen hat bekamen die Lehrer bereits mehrfach zu spüren. „Es wurde massiv versucht, uns Lehrer zu Beeinflussen und uns mundtot zu machen“, kritisierte Kirsten Werner das Vorgehen einiger Kommunalpolitiker. So forderten Neubaugegner den Bürgermeist auf, die Lehrer anzuweisen, keine öffentlichen Aktionen gemeinsam mit den Schülern für den Schulneubau durchzuführen. „Zudem wurde eine Beschwerde beim Schulamt eingereicht. Mit dem Vorwurf die Lehrer würden die politische Neutralität nicht wahren. Da es hierbei jedoch nicht um politische Wahlen geht, hat das Schulamt der Beschwerde nicht zugestimmt“, sind Kirsten Werner und Heinz Staack froh. Des weiteren wurde den Lehrkräften unterstellt, dass sie Materialien für die Fertigung von Button und Flyern, die die Schüler an Informationsständen im Stadtgebiet an Brunsbütteler Bürger verteilten, aus Mitteln der Schule finanziert hätten. „Das ist natürlich nicht richtig. Sämtliche Farben und sonstigen Utensilien wurden über Spenden finanziert. Auch möchten wir betonten, das alle Schüler, die sich an Aktionen beteiligt haben, dieses freiwillig gemacht haben“, wiesen die Lehrer auch diesen Kritikpunkt zurück. Mit Spannung sehen sie dem 25. Januar entgegen. Ob die Abstimmung die nötige Stimmenmehrheit für den Neubau bringen wird, hoffen sowohl die Lehrer als auch die Schüler. „Ich denke sowohl vonseiten der Lehrer, Schüler als auch Eltern kam mehr Widerstand als es die Neubaugegner erwartet haben. Durch die unterschiedlichen Aktionen sind sich alle etwas näher gekommen, sodass eine unbeschreibliche Gemeinschaft geschaffen wurde. Nach dem gemeinsamen Engagement wäre die Enttäuschung sicher groß, sollte sich die Mehrheit gegen den Neubau aussprechen“, so die stellvertretende Schulleiterin.  

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