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Sozialausschuss Wilster – Spielplatzgestaltung erhitzt die Gemüter

Wilster - Geplante Spielplatzgestaltung erhitzt die Gemüter. Damit hatte wohl keiner der Teilnehmer der Sozialausschusssitzung am Montagabend gerechnet. Ausgerechnet das Thema der Spielplatzgestaltung im Wilster Stadtgebiet sorgte im Spiegelsaal des Neuen Rathauses für hitzige Diskussionen bis hin zu Querelen auf persönlicher Ebene. Auslöser des Disputs war eine von der Sozialausschussvorsitzenden Ann-Christin Martensen (SPD) vorgelesene Stellungnahme des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa). Nach Meinung der stellvertretenden KiJuPa-Vorsitzenden Maren Hayenga und des CDU-Fraktionschefs Mark Detlefs trug diese vielmehr die Handschrift von Martensen selbst, als die der Jungparlamentarier. Diese wies die Behauptungen zurück. Es seien zwar ihre Worte, jedoch Inhaltlich würde die Stellungnahme das Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen präsentieren. Aus dem Schreiben ging nicht nur berechtigte Kritik an den Zuständen und der Bestückung der derzeitigen Spielplätze hervor, sondern auch der Wunsch, im Bürgermeistergarten einen neuen Spielplatz unter dem Thema „Klettergarten“ zu errichten. Ein von dem zuständigen Bauamtsmitarbeiter des Amtes Wilstermarsch ausgearbeitete Konzept, das die kompletten Wünsche der Mädchen und Jungen aus dem KiJuPa berücksichtigte, erbrachte eine Kostenschätzung für die Errichtung der Spielfläche mit zwei Piknikplätzen von etwa 92 000 Euro. „Es sind gar nicht mal die Spielgeräte, die diesen hohen Preis ausmachen, sondern vielmehr die Aufbaukosten“, betonte Jürgen Gross. Aufgrund der hohen Bausumme hatte der Bauamtsmitarbeiter vorsorglich ein Konzept entwickelt, das eine Fertigstellung der Spiel- und Freizeitfläche in mehreren Bauabschnitten vorsieht. „Das Konzept gibt die Fläche sowie eine Grundgestaltung unter Berücksichtigung der Umwelt- und Denkmalschutzrichtlinien vor. Während wir die Grundgestaltung zu Beginn vornehmen müssten, kann der Aufbau der Spielgeräte nach und nach, über mehrere Jahre erfolgen“, sagte Gross und wies darauf hin, dass dadurch auch die Kosten gestreckt werden können. In unterschiedlichen Gewerken sei zusätzlich Einsparpotenzial vorhanden, sodass die Summe von 92 000 Euro absolut nicht in Stein gemeißelt sei. Es waren gar nicht mal die hohen Kosten, an denen sich die CDU-Fraktion störte. Vielmehr monierte sie die geplante Lage der Spiel- und Freizeitfläche. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieser Platz für eine derartige Nutzung nicht geeignet ist“, betonte Detlefs. „Es hat hier mal einen Spielplatz gegeben. Dieser wurde jedoch kaum genutzt. Zum einen, weil es im Bürgermeister Garten einfach zu dunkel ist und zum anderen, weil die abgelegene Lage immer wieder zum Vandalismus einlud“, erinnerte Susanne Reese (CDU). Detlefs machte deutlich, dass eine Spielplatzgestaltung in der Marschenstadt mit den Christdemokraten nur im Bereich des Wilstermarschstadions und dem Sportplatz am Büttel umsetzbar sei. Seit Jahren laufen Planungen und Bemühungen um den Ausbau der Sportanlagen am Schulzentrum zu einem Sportpark Wilstermarsch. „Wir möchten den Standort noch stärker zu einem zentralen Anlaufpunkt für Jung und Alt ausbauen“, unterstrich Detlefs. Die Voraussetzungen seien günstig. Mit den Schulen, die im Zuge von VHS-Kursen auch von Erwachsenen besucht werden, den vorhandenen Sportanlagen, der Begegnungsstätte seien mit der künftigen Verlagerung des Jugendzentrums in den Schulbereich und einem geplanten Mehrgenerationenplatz weitere Schritte eingeleitet worden, hier einen generationsübergreifenden Treffpunkt für die gesamte Wilstermarsch zu schaffen. Eine Integration eines Spielplatzes nach den Wünschen des KiJuPas würde sich hervorragend in dieses Konzept integrieren lassen. Darüber hinaus bestünde hier die Möglichkeit, Fördergelder für die Errichtung im Zuge des Städtebauförderprogrammes zu akquirieren. „Wie sollen wir am Ende den Bürger plausibel erklären warum wir für die Gestaltung eines Spielplatzes mehr Geld ausgegeben haben als wir es hätten müssen“, sprach sich auch Ralf Maron für die Ansiedelung der Spiel- und Freizeitfläche im künftigen Sportpark Wilstermarsch aus. Vonseiten der SPD-Fraktion wurde indessen der Wunsch geäußert, sich nicht auf eine Zentralisierung von Spielplätzen zu versteifen. Auch im übrigen Stadtgebiet müssten Möglichkeiten geschaffen werden, wo Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang nachkommen und sich austoben können. Aufgrund der unumstößlichen Haltung der CDU-Fraktion und unumstrittenen Kritikpunkten an dem vorgelegten Konzept zog die SPD den Beschlussvorschlag für den Neubau eines Klettergartens nach Anregung durch das KiJuPa erst einmal zurück.  
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