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Industrie hofft auf Ausbau der Infrastruktur

25.06.2017 Schleswig-Holstein - Auf Einladung der Brunsbüttel Ports GmbH und Hafen Hamburg Marketing e.V. trafen sich rund 100 Gäste zum gemeinsamen Hafenabend im Brunsbütteler Elbehafen. Im Rahmen der Informationsveranstaltung gewährten hochkarätige Teilnehmer den Gästen einen Blick hinter die Kulissen der Industrielogistik. Gemeinsame Interessen, Möglichkeiten der Effizienzsteigerung und übergeordnete Chancen durch ein LNG-Terminal waren dabei die wesentlichen Themen. In seiner Eröffnungsansprache betonte Ingolf Egloff, Vorstand des Hafen Hamburg Marketing, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Hafenunternehmen in Brunsbüttel und Hamburg so gut wie nie zuvor gestalten würde. Nicht immer waren die Töne aus der Hansestadt solch harmonischer Natur. Erst im Herbst des vergangenen Jahres sprach sich der Vizepräsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UFHH), Robert Eckelmann gegen eine engere Kooperation mit dem Brunsbütteler Hafenunternehmen und für intensiveren Wettbewerb aus. Doch derartige Aussagen gehören der Vergangenheit an. Ein Bündnis aller Häfen aus dem Wirtschaftsraum Unterelbe inklusive einer gemeinsamen und einheitlichen Vermarktungsstrategie müsse angesichts des weltweit zunehmenden Konkurrenzdrucks in der Hafenwirtschaft das erklärte Ziel aller Beteiligten sein, forderte nicht nur Torsten Sevecke, Amtsleiter Innovation- und Strukturpolitik, Mittelstand, Hafen in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Hamburg. „Wirtschaft will Lösungen haben und interessiert sich nicht für Ländergrenzen“, sagte der Mitarbeiter der Hamburger Wirtschaftsbehörde und ergänzte in diesem Zusammenhang: „Brunsbüttel ist genau der richtige Standort für den ersten großen LNG-Terminal in Deutschland. Wir werden dieses Projekt unterstützen, denn der Senat glaubt fest daran, das Brunsbüttel der richtige Platz dafür ist.“ Angesichts der Lage des Hamburger Hafens inmitten der Stadt hätte Hamburg gerne einen LNG-Terminal vor Ort errichtet, doch logistisch gäbe es keine Möglichkeit für eine Umsetzung eines solchen Vorhabens. Hingegen könnte Brunsbüttel nicht nur Hamburg, sondern ganz Deutschland sowohl über das Schienennetz als auch über den Wasser- und Landweg mit LNG versorgen, sofern mit der Errichtung des Terminals ein Ausbau der Infrastruktur vorgenommen würde. Dieser Meinung schloss sich Kurt-Christoph von Knobelsdorff an. Der Brunsbüttel-Beauftragte der Landesregierung wies darauf hin, dass es ab 2020 kein Pipelinegas aus den Niederlanden mehr geben wird. Zudem dürfe man sich nicht von Russlands Gas abhängig machen. Flüssiggas (LNG) ist nicht nur von hoher Bedeutung, wenn es um die Stärkung der Versorgungssicherheit geht. Es müsse auch als wichtiger, fundamentaler Teil der Energiewende betrachtet werden, da LNG die Möglichkeit bietet, die CO2-Emission drastisch zu verringern. Angesichts der Hintergründe und der Entscheidung des niederländischen Konzern Gasunie (Groningen) in Brunsbüttel für geschätzte 450 Millionen Euro einen Flüssiggas-Terminal errichten zu wollen, stünde der Bund in der Pflicht, sich mit diesem Thema deutlich stärker auseinanderzusetzen, als es bisher der Fall sei, unterstrich von Knobelsdorff. „Für Brunsbüttel wäre der LNG-Terminal wie ein Sechser im Lotto. Profitieren würde aber nicht nur die Schleusenstadt davon, sondern gesamt Schleswig-Holstein“, so von Knobelsdorff. Als einer der größten industriellen Erdgasverbraucher in Deutschland ist auch das in Brunsbüttel ansässige norwegische Unternehmen Yara ein großer Befürworter für den Bau eines Flüssiggasterminals in Brunsbüttel. „Für unser Unternehmen stellt die derzeit vorhandene Infrastruktur für Gas ein wirkliches Problem dar. Zum einen ist es der hohe Druck in den Leitungen, zum anderen sind es die sehr hohen Netzgebühren und Erdgassteuern, die wir zahlen müssen, die uns Sorgen bereiten“, sagt Julia Lindland, Geschäftsführerin Yara-Brunsbüttel. Ein LNG-Terminal in unmittelbarer Nähe hätte positive Einflüsse auf die Wettbewerbsfähigkeit des global agierenden Unternehmens. Yara steht bereits im engen Dialog mit Gasunie, um eine technische Zusammenarbeit sowie gemeinsame Synergien auch auf anderen Ebenen zu untersuchen.
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