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Ideenschmiede mit geringer Beteiligung

Brunsbüttel 16.03.2015 - Im Oktober des vergangenen Jahres erhielt Brunsbüttel als einzige Stadt in Schleswig-Holstein den Zuschlag für ein von der Metropolregion Hamburg initiiertes, landesweit einmaliges Leitprojekt. Verbunden mit der Teilnahme an dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt sind Fördergelder in Höhe von 80 000 Euro für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Stadtentwicklungskonzepts für den Bereich obere Koogstraße/Brunsbütteler Straße. Marode Gebäude und leer stehende Ladenflächen prägen dort zunehmend das Erscheinungsbild der Einkaufsstraße und damit das Aushängeschild der Schleusenstadt. Das soll sich ändern. Am Sonnabend fand eine Planungswerkstatt statt, zu der die Brunsbütteler eingeladen waren. „Wir wollen dieses Projekt nicht nur nutzen, um ein Gestaltungskonzept für einen bedeutsamen Teil der Stadt zu entwickeln, sondern zudem eine neue Form der Bürgerbeteiligung anwenden“, hob die Leiterin des Bauamtes, Astrid Gassen eine Besonderheit des Projekts hervor. Eine Auftaktveranstaltung gab es bereits im November vorigen Jahres. Mit dabei sind das Planungs- und Entwicklungsbüro „polis aktiv – Stadterneuerung und Moderation“ sowie „Cappel & Kranzhoff Stadtentwicklung und Planung“. Mit nur 30 Teilnehmern lag die Zahl der Mitwirkenden am Sonnabend in der Gemeinschaftsschule jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Für besondere Enttäuschung sorgten unter anderen das Fernbleiben der betroffenen Hauseigentümer und Geschäftsleute sowie eben jener Bürger, die die aktuelle Situation immer wieder öffentlich kritisieren. „Es scheint leichter zu sein, immer wiederkehrend Kritik zu üben, als sich an politischen Entscheidungen und Planungsprozessen zu beteiligen“, machte Bürgermeister Stefan Mohrdieck seiner Enttäuschung Luft. „Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben, und das ist doch gar nicht mal so wenig“, lobte dennoch die Projektverantwortliche für das Leitprojekt „Innenentwicklung“, Anette Quast (polis aktiv), das Engagement der Anwesenden. In drei Arbeitsgruppen gegliedert, entwickelten diese kreative Ideen, wie die obere Koogstraße und Brunsbütteler Straße, aber auch die anliegenden Nebenstraßen wie Lange Reihe oder die unmittelbar an der Braake gelegene Strufestaße so gestaltet werden könnten, dass sie wieder zu einem Prunkstück Brunsbüttels avancieren. „Bei der Ideenfindung war es uns ganz wichtig, dass dieses losgelöst von der Ansicht einer möglichen Machbarkeit oder anderen, in den Ideen eingrenzenden Ansichten, geschieht“, betonte Quast. So präsentierten die Gruppe zum Ende der Veranstaltungen Gedankenspiele, wie die Öffnung der Braake für den Sportbootverkehr durch den Bau einer Schleuse im Bereich des Alten Hafens und einer Klappbrücke ähnlich wie man sie in Kappeln finde, in der Koogstraße. Ferner wurde in allen drei Ausarbeitungen der Wunsch nach seniorengerechten Wohnungen deutlich, die Einrichtung eines Cafés als eine Art Mehrgenerationentreffpunkt und vieles mehr. „Es werden sich mit Sicherheit nicht alle Ideen umsetzen lassen, aber darum ging es auch gar nicht“, betonte Mohrdieck. Das Ergebnis der Veranstaltung soll nun zusammengefasst werden, bevor es der Öffentlichkeit präsentiert wird.       „Es scheint leichter zu sein, immer wiederkehrend Kritik zu üben, als sich an Planungsprozessen zu beteiligen.“ Stefan Mohrdieck/Bürgermeister  
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