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Ernstfallübung im Castor-Zwischenlager

Brunsbüttel - Die Ursache für den Ausbruch eines Feuers in den Betriebsräumen des Zwischenlagers am Brunsbütteler Kernkraftwerk ist zunächst unklar, als die Freiwillige Feuerwehr Brunsbüttel von der Rettungsleitstelle Elmshorn alarmiert wird. Fest steht jedoch, das zwei Menschen in den stark verqualmten Räumen als vermisst gelten. Während der Rettungsmaßnahmen kommt es zu einer starken Verpuffung im Traforaum. Der brennende Trafo wird als Ursache für das Feuer ausgemacht. Durch die starke Hitze breite sich das Feuer auf die Nebenräume aus. Zwei Brandbekämpfern, die unter schweren Atemschutz das Gebäude betreten haben, wird der ursprünglich vorgesehene Fluchtweg durch die Flammen versperrt. Über eine Treppe und eine Steigleiter gelangen sie auf das rund 15 Meter hohe Flachdach des Verwaltungstraktes des Castor-Zwischenlagers am AKW Brunsbüttel. Von dort werden sie über die mitalarmierte Drehleiter in Sicherheit gebracht. Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Szenario um eine Übung. Federführend für die Ausarbeitung der Übung war Brunsbüttels Gemeindewehrführer Bernd Meier. Insgesamt 25 ehrenamtliche Brandbekämpfer aus der Schleusenstadt sind mit vier Fahrzeugen zu der Übung ausgerückt. Vor Ort werden sie von den sechs Feuerwehrmännern der Werksfeuerwehr des AKW Brunsbüttel unter der Leitung von Elmar Meier unterstütz. Die Kameraden der Werkslöschtruppe sind natürlich schneller am Einsatzort und übernehmen so schon einmal die Vorhut. Doch mit dem Eintreffen der ehrenamtlichen Brandbekämpfer der Löschgruppe Süd nach gerade einmal sieben Minuten rücken sie zurück ins zweite Glied. „Für die Brandbekämpfung im Bereich des Zwischenlagers ist nach der Gesetzesgrundlage die Stadt Brunsbüttel zuständig“, erklärt der Gerätewart der Werkfeuerwehr Wilhelm Voß. Nur fünf Minuten später treffen auch die Einsatzkräfte der Brunsbütteler Nordseite an der Einsatzstelle ein. Ein großes Warnzeichen für Radioaktivität signalisiert den eintreffenden Rettungskräften, dass es sich um einen Einsatzort handelt, der besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht erfordert. „Bei Kameraden, die neu im Team sind, kann der Warnhinweis schon ein mulmiges Gefühl auslösen“, erklärt Bernd Meier. Doch spätestens nach der Zusatzausbildung im Umgang mit chemischen und atomaren Gefahren sowie den Vorträgen durch Fachreferenten des Kernkraftwerkbetreibers schwindet das mulmige Gefühl. „Einsätze im Bereich von Straßen sind deutlich gefährlicher als im sehr sicheren Bereich des Zwischenlagers“, ergänzt der Wehrführer. Die Atommüllfässer, die in den Kavernen des AKW Brunsbüttel vor sich hin rosten, befinden sich nicht im Bereich des Zwischenlagers. Hier sind lediglich Castoren hinter über ein Meter dicken Stahlbetonwänden untergebracht. Das Gebäude ist auch technisch so konzipiert, dass mögliche Gefahrenquellen, wo Brände entstehen können, sehr gering ausfallen. „Bei dem Transformator handelt es sich beispielsweise um einen sogenannten Trockentransformator, der ohne Isolieröl arbeitet, was die Brandgefahr schon mal reduziert und den Einsatz von normalem Löschwasser ermöglicht“, so Voß. Unter den Augen und zur vollsten Zufriedenheit des Betriebsleiters des Zwischenlagers Björn Dahl, des stellvertretenden Brandschutzbeauftragten Helge Peters, des Leiters der Regionalen Kommunikation im KKB, Olaf Hiel und Bruno Wasmeier von der Atomaufsichtsbehörde arbeiten die Wehren schnell und routiniert die gestellten Aufgaben ab. „Insgesamt 15 Störfallbetriebe zählen zu unserem Einzugsgebiet“, sagt Bernd Meier. Damit stehen neben der jährlichen Übung im Zwischenlager noch mindestens drei weitere Manöver im Umgang mit chemischen oder atomaren Gefahrstoffen pro Jahr auf der Übungsliste. Die Ausbildung der ehrenamtlichen Brandbekämpfer ist am Industriestandort Brunsbütteler deutlich umfangreicher als in den meisten anderen Gemeindewehren. Neben der Unterstützung der Werksfeuerwehren und den allgemeinüblichen Aufgaben einer Wehr haben sich die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden aus der Schleusenstadt auch die Schiffsbrandbekämpfung auf ihre Fahnen geschrieben. Die Vielseitigkeit ist ein zweischneidiges Schwert, weiß Bernd Meier. Zum einen macht es das Feuerwehrwesen interessant, auf der anderen Seite ist es jedoch schwer, die aktiven Mitglieder bei der Stange zu halten und neue für das Feuerwehrwesen zu gewinnen.  
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