News

Brunsbütteler Seglervereinigung mit Blick in Richtung Zukunft

02.02.2017 Brunsbüttel - Seit zwei Jahren keimt bei der Brunsbütteler Seglervereinigung (SVB) der Wunsch nach einem neuen Vereinsdomizil im Bereich des alten Hafens. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde sowohl die technische als auch wirtschaftliche Umsetzung unter die Lupe genommen. Mit positiven Ergebnis für den Verein. In diesem Jahr sollen die Pläne für den Bau eines neuen Clubheims daher bis zur Durchführungsreife vorangetrieben werden. Erstmalig muss die Vereinsführung für das Projekt etwas Geld in die Hand nehmen. Die finanzielle Mittel hierfür, wurden von den Vereinsmitgliedern freigegeben. „Im Zuge der nächsten Mitgliederversammlung möchten wir euch das fertige Konzept vorlegen und zur Abstimmung bringen“, kündigte Gerd Pösch, Vorsitzender der Seglervereinigung am Freitag im Zuge der diesjährigen Mitgliederversammlung im Restaurant des Elbeforums an.   Hintergrund: Der Wunsch nach neuen Vereinsräumen kommt nicht von ungefähr. Das in die Jahre gekommene Gebäude des Hafenmeisters, fehlende Umkleideräume für den Segelnachwuchs, stark sanierungsbedürftige Sanitäranlagen, in dem 1928 errichteten Stadtbauamt jenseits des Deiches, aber auch ein Clubheim, welches bei zunehmendem Extremwetter regelmäßig überschwemmt wird, zwingen den Verein dazu, in die Liegenschaften zu investieren. „Alleine die Stromkosten für unser Clubheim belaufen sich jährlich auf 10.000 Euro“, wies Gerd Pösch auf die sehr hohen Ausgaben für die Unterhaltung des Gemeinschaftsraums der Seglervereinigung hin. Bei einer Aufstellung möglicher Investitionskosten wurde deutlich, dass als Alternative zu den Sanierungsmaßnahmen auch ein Neubau in Betracht gezogen werden kann. Angedacht ist, das neue Gebäude auf bis zu 23 Meter langen Pfählen, über der Segelhalle der Jugendgruppe zu errichten. „Wir bräuchten lediglich das Dach der Jugendhalle abnehmen um die Pfähle setzen zu können, auf denen dann die neue Gebäudeebene entsteht“, erläuterte der Vorsitzende. Zur Klärung der Genehmigungsfähigkeit wurde ein Bauvorantrag sowohl bei der Stadt Brunsbüttel als auch beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) eingereicht. „Die Stadt zeigt sich durchaus offen für unsere Pläne, wies uns jedoch darauf hin, dass die Entscheidung beim LKN liegt“, so Pösch, der auf einen positiven Bescheid der zuständigen Behörde hofft. Einer ersten Kostenschätzung zu Folge würden sich die Ausgaben für die Pfahlgründung auf rund 70.000 Euro belaufen. Für das Gebäude ohne Innenausbau wurde eine Summe von rund 280.000 Euro veranschlagt. Weitere Gelder müssen für den Ausbau, Planungsleistungen und andere Maßnahmen kalkuliert werden. „Bevor wir einen Finanzierungsplan erstellen, werden wir selbstverständlich auch klären, ob es Zuschussmöglichkeiten, von Seiten des Landessportverbandes Schleswig-Holstein (LSV) und Maritime Landschaft Unterelbe gibt“, sagte Gerd Pösch. Neben für Männer und Frauen getrennte Umkleide- und Sanitärräume, Lagerräumen, Hafenmeisterbüro könnte auch ein deutlich größerer Gemeinschaftsraum in dem Neubau untergebracht werden. Der Alte Hafen würde damit deutlich aufgewertet werden, was nach der Einschätzung des Vereinsvorstandes nicht nur den 316 Vereinsmitgliedern zugutekommt. Positive Auswirkungen hätte die Maßnahme auf auch die Zahl der Gastboote, die den Alten Hafen der Schleusenstadt ansteuern und somit ebenfalls auf den Tourismus der Stadt. Für das vergangene Jahr verzeichnete die SVB rund 1300 Übernachtungen. Im Rahmen einer Projektvorstellung im Bauausschuss rechnete die Seglervereinigung anhand von Erfahrungswerten vor: Bei rund 2000 Gästebooten, die pro Jahr im Hafen anlegen, würden rund 200.000 Euro fürs Essengehen, Lebensmittel und andere Dinge von Seglern in die Stadt gebracht werden.    
So langsam wird es eng in der Hafenanlage der Brunsbütteler Seglervereinigung. 98 Boote fanden hier im vergangenen Jahr einen festen Liegeplatz. Für neue Boote hat die Vereinsführung zunächst einmal ein Aufnahmestopp verhängt. Doch drei zusätzliche Schlengelanlagen sollen die Belegungssituation etwas entspannen. Eine Entscheidung, die nicht von jedem Bootseigner begrüßt wurde, jedoch durch einen Mehrheitsbeschluss im Zuge der Mitgliederversammlung im Restaurant des Elbeforums noch in diesem Jahr ihre Umsetzung finden soll. Kritiker der Schlengelerweiterung äußerten die Befürchtung, dass durch die drei neuen Schlengelanleger, die im Bereich des Mastkrans auf der westlichen Seite des Hafens ihren Platz finden sollen und in Richtung des Clubheims, in die Mitte des Hafenpriels ragen, der Wendebereich vor dem Pumpwerk dermaßen verengt wird, dass es zu etwaige Schiffskollisionen kommen kann. Kritik, die die Befürworter der Erweiterung nicht teilten. Ein Feldversuch, zu dem die Vereinsführung im vergangenen Seglerjahr einen Tag lang eingeladen hatte, habe gezeigt, dass der Wendebereich weiterhin eine ausreichende Größe vorweist, um ein Boot sicher drehen zu können.  Ferner ist es in der Vergangenheit des Öfteren vorgekommen, das aufgrund mangelnder Liegeplätze, in dem selben Bereich vier Boote nebeneinander im Päckchen gelegen haben, ohne die Wendemöglichkeit negativ zu beeinträchtigen. „Wenn wir dort die drei Ausleger errichten, entspricht das in etwa der Situation die wir haben, wenn die Boote dort im Viererpäckchen liegen“, unterstrich Rainer Gosch. Der Vorstand machte vor der Abstimmung deutlich, dass die Ausleger die Platzsituation etwas entschärfen können. Eine Alternative zu den zusätzlichen Schlengeln wäre nur die Päckchenlage entlang der kompletten westlichen Schlengelanlage.   Einstimmig sprachen sich die Vereinsmitglieder hingegen für die Erneuerung der letzten alten Schlengel auf der Westseite des Alten Hafens aus. Damit findet das 2013 beschlossene Projekt seinen Abschluss, welches den kompletten Austausch, der auf einer Länge von 140 Metern, seit den 60er Jahren im Einsatz befindlichen Stege vorsah. Auf der Ostseite des Hafens wurden im vergangenen Jahr die letzten Bootsanleger ausgetauscht. Zur Freude des Vereinsvorstandes fielen die Kosten deutlich geringer aus, als ursprünglich kalkuliert. Satte 54.000 Euro konnte der Verein im Vergangenen Jahr einsparen. Die neue Steganlage gilt unter anderen als wartungsfreundlichen.  
© 2005-2017 by Nordlicht-Steinburg
css.php