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Brunsbütteler Gymnasium setzt auf betriebliche Gesundheitsförderung

Brunsbüttel 09.03.2015 -  Schulunterricht im Einklang von Geist und Körper. Es gibt eine Vielzahl an Unternehmen, die den Nutzen und die Bedeutsamkeit von betrieblicher Gesundheitsförderung erkannt haben. Die Programme, die angeboten werden, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter möglichst gesundheitsförderlich zu gestalten, sind vielseitig. Eine neue Vereinbarung im Mitbestimmungsgesetz des Landes Schleswig-Holstein, die seit Februar dieses Jahres gültig ist, ermöglicht es nun auch Personalräten an Schulen, ein betriebliches Gesundheitsmanagement nach eigenen Vorstellungen einzuführen. Einen ersten Schritt zur Einführung betrieblicher Gesundheitsförderung ist das Brunsbütteler Gymnasium gegangen. Fortan soll das Angebot von Shiatsu-Anwendungen Lehrern helfen, ihre Leistungsfähigkeit bei zunehmendem Stress am Arbeitsplatz zu erhalten. Einmal wöchentlich besucht die gelernte Wellness- und Entspannungstherapeutin Ines Kadgien die weiterführende Schule am Bildungszentrum der Schleusenstadt. „Shiatsu ist eine Entspannungsmethode, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ihren Ursprung hat. Die Anwendungen werden am bekleideten Körper ausgeübt, somit eignet sich diese Form der Körpertherapie hervorragend für die Behandlung in der Schule“, so Ines Kadgien. Die Rückmeldungen aus dem Lehrerkollegium, die nach einer Entspannungsbehandlung bislang beim Schulleiter Hans-Walter Thee eingegangen sind, vielen durchweg positiv aus. „Ich denke, dass es an der Zeit ist, dass die Gesundheitsförderung, wie sie in vielen Unternehmen seit Jahren praktiziert wird, auch an den Schulen Anwendung findet“, so der Oberstudiendirektor. Auch Lehrer bleiben nicht von dem wachsenden Leistungsdruck sowie den steigenden Anforderungen verschont. Der zunehmende Stress hat Folgen. Ein vom Aktionsrat Bildung im vergangenen Jahr veröffentlichtes Gutachten brachte ans Licht, das rund 30 Prozent der Beschäftigten im Bildungswesen aufgrund der zunehmenden Belastungen unter psychischen Problemen leiden. „Ich bin keine Ärztin und behandle keine Krankheiten oder Krankheitssymptome. Was ich anbieten kann, ist eine Behandlung, die dem Kunden hoffentlich etwas Entspannung bringt. Dies wiederum ist der Gesundheit durchaus dienlich“, sagt Ines Kadgien. Entspannte Lehrer seien zum einen mit Sicherheit seltener krank und zum anderen besser in der Lage, auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Schüler eingehen zu können, sieht Hans-Walter Thee zwei von vielen Vorteilen. Ines Kadgien, die Anfang des Monats von Berlin nach Brunsbüttel gezogen ist, ist Lehrern und Schülern am Brunsbütteler Gymnasium nicht unbekannt. Die klassisch ausgebildete Balletttänzerin, Ehefrau und Mutter sowie langjährige Freundin von Silvia Voigt, half als „Mädchen für alles“ in der Theater-AG des Gymnasiums mit, die bisherigen Musicals auf die Bühne zu bringen. „Es ist einfach schön zu sehen, wie man Leuchten in Kinderaugen bringen kann“, sagte Kadgien, die die lange Anreise aus Berlin für die Projektarbeit nicht scheute. Nachdem sie ihre Ballettschuhe an den Nagel gehängt und eine Ausbildung zur Wellness- und Entspannungstherapeutin mit den Schwerpunkten Shiatsu und Aromatherapie absolviert hat, möchte sie nun zunächst mit einer mobilen Behandlungspraxis in der Schleusenstadt Fuß fassen.   Einen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung ist auch vonseiten der Lehrer geplant. Im Zuge des Schulentwicklungstages wurden unterschiedliche Konzepte entwickelt. Diese sollen zum einen die Zusammenarbeit unter den 50 Lehrern verbessern, zum anderen sollen die Maßnahmen die Lehrkräfte entlasten und für ein positives Miteinander unter den über 700 Schülern sorgen. „Für die drei 5. Klassen haben wir beispielsweise Klassenleiterteams aufgestellt, die sich aus den Klassenlehrern und dessen Vertretung zusammensetzen“, so Julia Siewert. Einmal wöchentlich steht auf dem Stundenplan der Orientierungsstufenschüler eine Klassenleiterstunde. Während dieser Zeit können Themen behandelt werden, die mit dem eigentlichen Schulunterricht nicht zu tun haben, jedoch in der Vergangenheit von der Unterrichtszeit abgingen. „Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Von der Klärung von Streitigkeiten bis hin zur Klassenfahrt können hier die Dinge angesprochen und behandelt werden, für die Klärungsbedarf besteht“, sagt die Leiterin der Orientierungsstufe.     Foto: Wellness- und Entspannungstherapeutin Ines Kadgien, Leiterin der Orientierungsstufe Julia Siewert und Schulleiter Hans-Walter Thee
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