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11. Brunsbütteler Ausbildungsmesse

Brunsbüttel - „Ich weiß noch gar nicht so genau, in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln möchte“, sagte Leif. Während sein Freund Kevin (17) für die Zeit nach der Schule bereits einen Ausbildungsplatz zum Verkäufer in einem Verbrauchermarkt in der Schleusenstadt hat, hat sich der 16 jährige Hauptschüler dafür entschieden, erst einmal weiter zur Schule zu gehen, um die mittlere Reife zu machen. Mit seiner Unsicherheit steht Leif bei Weitem nicht alleine dar. Viele Schüler sind geplagt von Unsicherheit und wissen auf die Frage nach dem geplanten beruflichen Werdegang keine Antwort zu geben. Abhilfe soll die Brunsbütteler Ausbildungsmesse schaffen. Die ermöglicht es jungen Menschen nicht nur, sich über die unterschiedlichsten Berufsmöglichkeiten zu informieren, sonder auch erste Kontakte für ein Berufspraktikum zu knüpfen.   „Ein Praktikum ist noch immer die beste Möglichkeit zu schauen, ob mir ein Beruf liegt“, äußerte Uwe Majewski von der Arbeitsagentur. Gleichermaßen ermöglicht es den Betrieben zu schauen, wie der junge Mensch die ihm gestellten Aufgaben meistert. „Für viele Betriebe sind die Noten gar nicht mehr unbedingt das wichtigste Auswahlkriterium. Sie schauen vielmehr danach, wie sich der Jugendliche während seiner Praktikumszeit schlägt. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und den Willen etwas in dem neuen Bereich lernen zu wollen ist aus den Schulnoten nicht unbedingt zu erkennen“, ergänzte Nancy Koenen von der Arbeitsvermittlung in der Agentur für Arbeit in Heide.   Bereits zum elften Mal luden die Stadt Brunsbüttel in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und den sogenannten Ausbildungspaten zu der Informations- und Kontaktbörse in die Sporthalle am Bildungszentrum. Mit 47 teilnehmenden Betrieben und Einrichtungen, die an den Messeständen in vielen Fällen von deren eigenen Auszubildenden präsentierten wurden, standen den jungen Besucher somit nahezu gleichaltrige Ansprechpartner zur Verfügung.   „Mir ging es damals ähnlich. Zunächst wusste ich auch nicht, was ich will und bin dann noch weiter zur Schule gegangen“, erzählte Felix Thorun aus Heide. Mit dem Abitur in der Tasche bewarb sich der 21-Jährige bei der Raffinerie Heide um einen Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann. „Ich habe festgestellt, dass die Auszubildenden in diesen Berufszweig alle schon etwas älter sind“, sagte Felix. Bei seinem Ausbildungskollegen Sören Lach war es hingegen genau entgegengesetzt. Der 16-Jährige hatte einfach keine Lust mehr auf Schule und hat sich daher in mehreren Betrieben um einen Ausbildungsplatz zum Chemikanten beworben. „Hätte ich keinen Ausbildungsplatz gefunden, wäre ich natürlich weiter zur Schule gegangen, aber nun bin ich glücklich das es alles so geklappt hat wie gewünscht“, sagte Sören. Die 18 Jahre alte Clea Kirsch wurde bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsberuf von ihrem Vater inspiriert. „Er hat mir mal zu seiner Arbeit mitgenommen und mir gezeigt was man dort alles so macht“, erzählte die Wilsteranerin. Anschließend stand für sie fest, dass der männerdominierte Beruf Elektroniker für Automatisierungstechnik, auch für sie etwas ist. „In meiner Berufsschulklasse sind mit mir gerade einmal drei Mädchen, von 16 Schülern“, so Clea.   „Mit 28 Ausbildungsplätzen zählt Bayer Material Science zu den größten Ausbildungsbetrieben im Kreis“, betonte Knut Pommerenke, Ausbildungsleiter im Brunsbütteler Bayer-Werk.  Insgesamt vier unterschiedliche Ausbildungsberufe bietet Bayer in diesem Jahr an. Der Ausbildungsschwerpunkt liegt in der Ausbildung von Chemikanten, darüber hinaus stehen aber auch die Ausbildungsberufe Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik und Mechatroniker auf dem Plan des Chemieunternehmen. „Für den technischen Bereich gibt es sogar noch freie Plätze“, so Pommerenke. Zusätzlich zu den Ausbildungsplätzen hält das Unternehmen noch 15 Plätze für das Projekt Starthilfe bereit. Jene Schüler, die keinen Ausbildungsplatz abbekommen haben, bietet das Unternehmen hier eine Perspektive. Ein Jahr lang werden die Teilnehmer in verschiedenen Bereichen gefördert, um so die Aussichten auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben zu verbessern.   webMesse03 webMesse02 webMesse01 webMesse06 webMesse05
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