Dütt & Datt

Zwei von sechs Kavernen geleert

Brunsbüttel 27.10.2016 - Anfang Oktober wurden die ersten beiden der insgesamt sechs unterirdischen Lagerstätten des seit 2007 stillgelegten Brunsbütteler Kernkraftwerk geleert und gereinigt. Dabei wurden 188 der zusammen 631 Fässer mit schwach – und mittelradioaktiven Abfällen in endlagerfähige Container eingestellt, die Kavernengitter entfernt und der Kavernenboden gereinigt. Nachdem Sachverständige die zwei Lagerstätten umfassend Untersucht und keine baulichen Mängel festgestellt hatten, wurden diese anschließend wieder verschlossen. (Wir berichteten) „Das vom Betreiber in enger Zusammenarbeit mit der Atomaufsicht entwickelte Bergungskonzept hat sich wie vorgesehen auch in anspruchsvollen Fällen bewährt“, teilte Jan Backmann von der Atomaufsicht Schleswig-Holstein in Rahmen einer öffentlichen Informationsversammlung der Brunsbütteler Ratsversammlung um den Rückbau des KKW Brunsbüttel mit. Nachdem die Fässer vor der Bergung nochmals inspiziert worden waren, mussten einige der eingelagerten Behälter höher eingestuft werden. Dies hatte jedoch keine Auswirkungen auf den Ablauf des Bergungsvorganges. Alle Arbeiten fanden in einer lüftungstechnischen Einhausung statt. Während des Bergungsvorgangs wurden kontinuierlich radiologische Messungen durchgeführt. „Bei der Maßnahme ist keine Radioaktivität ausgetreten“, unterstrich Backmann. Mit der Leerung der nächsten beiden Kavernen (1 und 3), in denen 194 radioaktiven Fässern eingelagert wurden, soll voraussichtlich zum Ende des Monats begonnen werden. Bis 2018 sollen schließlich auch die letzten beiden unterirdischen Lagerstätten 5 und 6 geräumt werden.  „Wenn es zu keinen unvorhersehbaren Komplikationen kommt, ist der Zeitrahmen durchaus realistisch“, so der Mitarbeiter der Atomaufsichtsbehörde. Dieser teilte ferner mit, dass mit einer Ausstellung einer für den Rückbau des KKW Brunsbüttel notwendigen ersten Genehmigung, Ende 2017 bis Anfang 2018 gerechnet werden könne. „Parallel zu diesem Genehmigungsverfahren hat der Betreiber eine neue Abfallzwischenlagergenehmigung für schwach- bis mittelradioaktives Material beantragt, nachdem er die zuvor erteilte Genehmigung aufgrund vorhandener Mängel verloren hatte“, äußerte Jan Backmann. Nach der Beseitigung aller festgestellten Mängel, wäre die Erteilung einer erneuten Erlaubnis durchaus möglich. Eine Entscheidung diesbezüglich wird in der zweiten Jahreshälfte 2017 erwartet. Unterdessen forderte der BUND den Betreiber Vattenfall auf, alle gestellten Rückbau- und Entsorgungsanträge zurückzunehmen und zum Ausgangspunkt der Abbauüberlegungen zurückzukehren. In Dialogen mit Kommunen und Umweltverbänden müsste zunächst nach Lösungen für den Umgang mit den anfallenden Abfällen gesucht werden. Dies sei enorm wichtig, da die Akzeptanz selbst für die als nicht radioaktiv eingestuften Abfälle aus dem AKW-Rückbau, aufgrund der enormen Mengen, sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Entsorgungsunternehmen kaum gegeben ist. Zentrales Kriterium dabei ist unter anderen das Zehn-Mikrosievert-Konzept.  
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