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Sozialministerin Kristin Alheit besucht Brunsbütteler Wohnprojekt

Wohnen+ Besuch Ministerin Kristin AlheitBrunsbüttel 04.10.2015 – Viel Zeit hatte Kristin Alheit nicht im Gepäck, als sie am Freitag das innovative Wohnprojekt des Wohnungsunternehmen Dithmarschen und der Stiftung Mensch „Wohnen plus“ in der der Posadowskystraße 4 in Brunsbüttel besuchte. Alle Beteiligten waren schon im Vorfelde instruiert worden, dass es sich lediglich um eine Stippvisite der Ministerin für Soziales, Gesundheit und Familie anlässlich des einjährigen Bestehens der Einrichtung handeln würde. Dementsprechend gut vorbereitet wurde die Ministerin empfangen und binnen kürzester Zeit mit den wichtigsten Informationen über eine Antwort auf den demografischen Wandel und Inklusion aus dem Kreis Dithmarschen versorgt.

„Ganz wichtig war es uns, keine klassische Pflegeeinrichtung zu eröffnen“, betonte Dorothee Hunfeld im Zuge der gemeinsamen Besichtigung des Hauses. Grundsatz des eigens für das Wohnprojekt, als Tochterunternehmen der Stiftung Mensch gegründeten ambulanten Pflegedienstes „Mook we gern“ sei es beispielsweise, die Pflege als lebensaktivierend und lebensbegleitend zu betrachten. Sie soll den Menschen gemäß des Leitsatzes der Stiftung, ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, unterstrich die Vorsitzende der Stiftung Mensch. Ferner lag es der Stiftung am Herzen, das Haus zu einem Servicestützpunkt zu machen. Menschen aus dem Hauses und dessen Umfeld erhalten hier die Möglichkeit, sich einander anzunähern und miteinander statt nebeneinander zu leben. Einen Beitrag hierzu leistet unter anderen das im Haus befindliche Wohncafé, welches ebenfalls unter der Trägerschaft des größten Sozialunternehmens des Landes mit über 1000 Arbeitsplätzen für Menschen mit und ohne Behinderungen steht. Es dient nicht nur Bewohnern des Hauses als Treffpunkt, sondern ist vielmehr als eine zentrale Anlaufstelle für alle 1655 Einwohner gedacht, die im Radius von etwas 500 Metern um die Einrichtung in der Posadowskystraße 4 entfernt leben. „Für mich bedeutet dies jede Menge Haustürbesuche, um die Anwohner über das Quartier – wie das gesamte Gebiet um die Einrichtung genannt wird – zu informieren, Vorurteile abzubauen und sie einzuladen, das Angebot zu nutzen“, erläuterte Quartiersmanagerin Johanna Buschkühl. Neun Ehrenämtler haben sich innerhalb des zurückliegenden Jahres gefunden, die das Café mit Leben füllen. Während ein fünfköpfiges Kochteam zwei Mal in der Woche die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten in die Einrichtung lockt, hat sich aus der Nachbarschaft des Hauses eine Autorin bereiterklärt, einmal im Monat Lesungen abzuhalten. Ferner gibt es mittlerweile eine Kartenspiel- sowie eine Bingo-Gruppe, die den Raum für gesellige Aktivitäten nutzt und einmal im Monat kommt Rolf Jonassen ins Haus, um die Menschen mit Keyboardmusik bei Kaffee und Kuchen zu unterhalten. „Wenn wir kochen, dann kommen schon mal bis zu 16 Personen in diesen Raum zusammen“, erzählte die 80-jährige Hobbyköchin Gertruth Moje.

Das es sich lediglich um einen Kurzbesuch der Ministerin handelte, davon war nichts zu merken. Interessiert, offen und nachfragend begab sich Alheit in die Gespräche. „Ich bin zu jung für ein Alten- oder Pflegeheim“, nannte Christine Drews der Ministerin den Grund, warum sie sich für ein Leben in der „Wohnen plus“ Einrichtung entschieden hat. Gemeinsam mit sechs jüngeren Menschen, die allesamt ihr Leben mit Behinderungen bestreite müssen wohnt sie in einer Hausgemeinschaft. Durch die Stiftung Mensch habe sie nicht nur die Möglichkeit erhalten selbstständig zu wohnen, sondern auch in der stiftungsangehörigen Wäscherei zu arbeiten, erzählte Christine Drews. „Wollen sie sich mal meine Wohnung angucken“, lud der 75-jährige Helmut Börensen die Kristin Ahlheit spontan zu einer Besichtigung seiner rund 65 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung ein. Stolz präsentierte der ehemalige Postbote unter anderen seinen Balkon, den er mit einem Strandkorb und einer Vielzahl an Blumen nach seinen persönlichen Vorstellungen gestaltet hat.

„Eine Wohnungsbaugenossenschaft wie die unsrige ist prädestiniert für ein solches Projekt. Wir arbeiten ja weniger gewinnorientiert, sondern haben primär das Wohlergehen unserer Mieter im Blick“, so Holger Timm, Vorstandsvorsitzender des Wohnungsunternehmen Dithmarschen. Bei der Planung des Gebäudes wurde nicht nur die Barrierefreiheit in den Focus gestellt, sondern deutlich mehr Aspekte berücksichtigt, die für alte Menschen und Menschen mit Behinderungen von hohem Stellenwert sind.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Kristin Alheit von dem Pilotprojekt für selbstbestimmtes Wohnen im Alter und für Menschen mit Behinderungen. „Ich schaue mir gerne Projekte vor Ort an und mache mir dann mein eigenes Bild“, betonte die Sozialministerin. Dem Wohnungsunternehmen und der Stiftung Mensch bescheinigte sie, einen gelungenen Lösungsansatz für die demografische Zukunftsfähigkeit gefunden zu haben, den man sowohl im Schleswig-Holstein präsentieren als auch vonseiten des Landes unterstützen müsse. „So eine Einrichtung braucht selbstverständlich immer etwas Zeit, um zu wachsen. Spätestens in drei Jahren werde ich mir dieses Haus noch einmal ganz genau ansehen und mich über die Entwicklung erkundigen. Da können sie mich beim Wort nehmen“, verabschiedete sich Alheit.

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