Dütt & Datt

Jiaogulan-Tage in Brunsbüttel – Unsterblichkeitskrauf

18.06.2017 Brunsbüttel - Von Montag, den 19. Juni bis einschließlich Sonnabend, den 24. Juni finden in Brunsbüttel die “Jiaogolan-Tage“ statt. Bereits seit neun Jahren lädt der Brunsbütteler Künstler Jens Rusch jeweils zwei Mal im Jahr zu dieser Informationsveranstaltung in seine Galerie in der Schulsraße 38 ein. Eine Veranstaltung, die sich vornehmlich an Krebsbetroffene richtet, zu denen auch Jens Rusch zählt. Im Zuge der “Jiaogulan-Tage“ können Interessierte nicht nur Jiaogulan-Tee verköstigen, sich hilfreiche Tipps rund um die Aufzucht der Pflanze sowie Rezeptideen einholen, sondern sich auch über Erfahrungen mit dem besonderen Heilkraut austauschen. „Am Verhalten der Tierchen erkenne ich, ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit optimal für das Pflanzenwachstum sind“, erklärt Jens Rusch. Wenn seine Insekten agil und paarungswillig sind, entspricht die Atmosphäre in seinem Troparium in etwa den klimatischen Bedingungen der Herkunftsländer der Jiaogulan-Pflanze. In den asiatischen Regenwäldern ist das zur Gattung der Kürbisgewächse zählende Gewächs, dass aufgrund seiner gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe auch den Namen „Unsterblichkeitskraut“ trägt, beheimatet. Hier bedient man sich bereits seit Jahrhunderten den heilsamen Eigenschaften der Pflanze. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird Jiaogulan insbesondere zur Stärkung des Immunsystems und Senkung von Risikofaktoren rund um Herz-Kreislauferkrankungen empfohlen. Vor rund zwölf Jahren entdeckte der in Brunsbüttel lebende Künstler die Pflanze für sich, nachdem bei ihm 2001 ein Zungengrundtumor diagnostiziert worden war und er nach einem „Höllenritt ohne jegliche Vorwarnung“ in Thailand Erholung von den Strapazen der zahlreichen Operationen und jahrelangen medikamentösen Behandlungen suchte. „Meine Erfahrungen mit Jiaogulan sind durchweg positiv“, sagt Rusch. Dies sei der Grund gewesen, warum der Hobbybotaniker und Philanthrop bis vor vier Jahren regelmäßig Pflanzen aus seinem heimischen Anbau verschenkt habe. „Irgendwann habe ich gesehen, dass meine Pflanzen bei ebay verkauft wurden und das sich Gärtner als Krebsbetroffene ausgegeben haben um kostenlos an meine Züchtungen zu kommen. Seither verschenke ich die Pflanzen nicht mehr ganz so großzügig, sondern schaue mir die Menschen genauer an“, zeigt sich Rusch noch heute enttäuscht vom betrügerischen Verhalten dieser Menschen. Krebsbetroffenen, die häufig im Zuge der Erkrankung auch in finanzielle Sorgen geraten, können jedoch immer noch auf die Unterstützung Ruschs bauen. In die Zucht dieser besonderen Pflanze steckt Jens Rusch eine Menge Zeit, Geld und Arbeit. „Ich habe viel herumexperimentiert um herauszufinden, welche Bedingungen erforderlich sind damit die Pflanzen fern der Heimat optimal gedeihen.“ Da Samenzöglinge deutlich weniger gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe aufweisen, als Pflanzen aus der Stecklingszucht, hat sich der Künstler für die deutlich aufwändigere Zuchtweise entschieden. Bei seinen zahlreichen Experimenten hat Rusch unter anderen herausgefunden, dass Jiaogilan eine besondere Blumenerde bevorzugt, die gerne mit Ausscheidungen von Schafen oder auch Fledermäusen angereichert werden kann. Solche und andere Tipps gibt der Künstler im Zuge der Veranstaltung weiter.
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