Dütt & Datt

Brunsbütteler Trockendock – Fertigstellung nicht vor 2021

01.12.2015 –  Die Schleuse Brunsbüttel bekommt ein neues Trockendock. Dazu hat der Haushaltsausschuss am 15. Oktober bei den Beratungen des Regierungsentwurfs zum Haushalt 2016 des Etats des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur 21 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit einer Inbetriebnahme des Reparatur-Docks für die großen Schleusentore der Schleusenanlagen Kiel-Holtenau und Brunsbüttel ist jedoch vor 2021 in keinem Fall zu rechnen. „Das es losgehen soll haben wir bislang nur aus den Zeitungen erfahren. Wir warten jetzt auf die offiziellen Genehmigungen, damit wir auch loslegen können“, erklärte Bauingenieur Hauke Henningsen im Rahmen eines Informationsabends des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel in der Sporthalle der Brunsbütteler Südseite.

Für die eigentliche Bauzeit des 80 Meter langen, 26 Meter breiten und 22 Meter hohen, schallgedämmten Hallengebäudes im Brunsbüttel WSA-Betriebshafen werden drei Jahre veranschlagt. Bevor jedoch der erste Spatenstich erfolgen kann, muss zunächst einmal das nötige Fachpersonal eingeworben werden, teilte Henningsen mit. Rund ein Jahr brauche es von einer Stellenausschreibung bis zu einer Personaleinstellung und Zusammenstellung der nötigen Fachkräfte zu einem Team. Weitere zwei Jahre werden für die Planungs- und Ausschreibungsphase sowie das europaweite Vergabeverfahren kalkuliert, bevor schließlich mit dem eigentlichen Bau des Trockendocks begonnen werden kann.

Die Notwendigkeit, ein Trockendock am Standort Brunsbüttel zu errichten, wurde in diesem Jahr besonders deutlich. Nach einer Havarie im Januar, bei dem das Schleusentor der Südkammer beschädigt wurde und über mehrere Wochen repariert werden musste, kam es im März zu einer erneuten Havarie in der Nordkammer. Aufgrund umfangreicher Reparaturarbeiten stand für mehrere Monate nur eine der zwei großen Schleusenkammern für den Schiffsverkehr zur Verfügung. Nicht ohne Folgen für die Region. Wartezeiten von sechs bis acht Stunden für die einzelnen Schiffe, zusätzlich zum eigentlichen Kanaltransit durch den Nord-Ostseekanal veranlassten viele Reedereien, ihre Schiffe den Umweg über Skagen fahren zu lassen. Die Route ist zwar deutlich länger, rechne sich wirtschaftlich aufgrund der langen Wartezeiten in Brunsbüttel für einige Reedereien am Ende jedoch.

Ein eigener Reparaturplatz vor Ort hätte die Instandsetzung der Tore deutlich beschleunigen können. Derzeit gibt er nur wenige Anbieter auf dem Markt, die die zehn Meter hohen Schleusentore überhaupt aufnehmen können. Somit ist man gezwungen, sich deren Zeitplänen anzupassen. Ferner hätten diese die Möglichkeit, den Preis zu diktieren.

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens wurde der WSA-Betriebshafen als geeignete Fläche für den Bau des Trockendocks ermittelt. Darüber hinaus wurden Richtlinien – unter anderem für den Bereich Lärmschutz festgelegt, die garantieren, dass Anwohner weder unter den Bauarbeiten als unter den später entstehenden, täglichen Betriebsgeräuschen zu leiden haben.

 

 

Schleuse05

 

 

 

© 2005-2015 by Nordlicht-Steinburg
css.php