Dütt & Datt

Elb-Link – Beförderungszahlen stark gestiegen

Brunsbüttel 31.07.2016 - Nach anfänglich rauer See steuert Cuxhavenfähre ruhiges Gewässer an. „Es war kein ganz einfacher Start. Gerne hätte ich die Wiederaufnahme der Fährverbindung um ein halbes Jahr verschoben und wäre zu Ostern dieses Jahres gestartet. Die Gesellschafter wollten trotz geäußerter Einwände jedoch gleich loslegen“, äußerte Christian Schulz, Geschäftsführer der Cuxhavener Rederei Elb-Link gegenüber Eka von Kalben. Im Zuge ihrer diesjährigen Sommertour unter dem Motto „Weites Meer – klares Wasser“ besuchte die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Bernd Voß unter anderen die Brunsbütteler Schleusenbaustelle, die Stadtwerke Steinburg GmbH in Itzehoe und die Cuxhavenfähre, um sich vor Ort über verschiedene Themenbereiche zu informieren. Sowohl der späte Start, als auch der umsatzmagere Winter sowie ein Gesellschafter, der sich nicht an getroffenen Abmachungen gehalten habe, hätten das Fähr-Projekt zunächst in eine leichte finanzielle Schieflage gebracht. „Nun müssen wir zusehen, dass wir das erste halbe Jahr wieder auffangen“, so Schulz. Zur Freude der Rederei ist die Auslastung der beiden Fährschiffe seit Anfang Februar kontinuierlich von 33 Prozent auf jetzt 60 Prozent gestiegen. Auch die Passagierzahlen, die ohne Fahrzeug die Fährverbindung nutzen, haben deutlich zugenommen. Schulz: „Die Menge der zu transportieren Lkws hat sich seit Januar gar vervierfacht.“ Bis zu 90 Lkws nutzen täglich die Fährverbindung als Alternativstrecke zum überfüllten Elbtunnel und der ebenfalls staureichen Umgehung der Radar Hochbrücke. „Trotz des Positivtrends muss sich im Bereich, des dringen benötigten Güterverkehrs, noch deutlich mehr tun“, betonte der Reederei-Geschäftsführer. Dies ist wichtig, um vom saisonalen Touristikgeschäft unabhängiger zu sein und nach dem zweiten Jahr des Fährbetriebs die geplanten schwarzen Zahlen schreiben zu können, erläuterte Schulz. Derzeit gliedern sich die Einkünfte zu jeweils ein Drittel aus dem Catering, der Personenbeförderung sowie dem Güterverkehr. Um den Bereich Güterverkehr zu puschen, sollen Unternehmen auf Logistikmessen stärker auf die Fährverbindung Brunsbüttel – Cuxhaven aufmerksam gemacht werden und das Angebot von nächtlichen Sonderfahrten insbesondere für Schwerlasttransporte offeriert werden. Ferner ist die Einführung eines neuen online Buchungssystems geplant. Dieses liefert Spediteuren 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einen Einblick in den Belegungsplan der 12 Gefahrgutstellplätze beziehungsweise 16 Lkw-Stellplätze auf der jeweiligen Fähre und erleichtert Unternehmen somit die Tourenplanung. Die Umrüstung des Schiffantriebs soll die Fähren zudem schneller machen, die Taktung der Fahrten erhöhen, was wiederum zu kürzeren Wartezeiten führt. Eine weitere Überlegung sieht den Einsatz einer dritten Fähre vor. Diese ist jedoch zurzeit noch auf der Ostsee vor Estland im Einsatz und kann dort frühestens abgezogen werden, wenn die neu georderten Fähren in den Dienst gestellt werden. Mit Freude nahm Christian Schulz die Äußerungen der Firma Siemens zur Kenntnis. Das Unternehmen hatte mehrfach öffentlich geäußert, dass die Fährverbindung nach der Fertigstellung der Windkraft-Fabrik in Cuxhaven, die für Mitte 2017 geplant ist, von großer Bedeutung für das Unternehmen ist, da sie eine wichtige Verkehrsanbindung zu den Werken in Dänemark darstellt. „Wir müssen jedoch erst einmal sehen, was am Ende für uns wirklich dabei herumkommt“, zeigte sich Schulz gegenüber den Aussagen noch reserviert. Auch wenn Bestrebungen dahingehend geführt werden, den Güterverkehr zu stärken, setzt die Rederei auch weiterhin auf die touristische Nutzung. Da beide Schiffe barrierefrei sind und über großzügige Außendecks sowie eine vielseitige Bordgastronomie verfügen, dienen sie als Ausflugsziel für viele Sommergäste auf beiden Seiten der Elbe. Dies bestätigt auch die Brunsbütteler Tourist-Information, die eine deutliche Zunahme der Tagesgäste für die Schleusenstadt verzeichnet. Seit den Sommerferien hält die Rederei zudem ein Programm mit Angeboten für Busreiseveranstaltungen vor. Dieses wurde Anfang Juli im Rahmen Deutschlands größter Fachbesuchermesse für Gruppen- und Busreisen in Köln vorgestellt. Elb-Link setzt dabei nicht nur auf die Sommersaison, sondern hält ein ganzjähriges attraktives Angebot für Gruppen vor. Ab August setzt die Rederei zudem auf ein weiteres Standbein. So ist die Eröffnung des Seestern Restaurant im Cuxhavener Steubenhöft vorgesehen. Mit rund 100 Sitzplätzen wird das Ausflugsrestaurant aufgrund seiner einzigartigen Lage mit uneingeschränkter Sicht auf die Elbe nach vierjähriger Ruhezeit wiederbelebt und erweitert somit das Produktportfolio der Rederei.         Infokasten: Die Cuxhavener Elb-Link Reederei wurde im August 2015 gegründet. Die beiden modernen Doppelendfähren Anne-Marie und Grete verkehren 365 Tage im Jahr bis zu 10-mal täglich zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel. Seit der Indienststellung am 20. August 2015 haben mittlerweile rund 320 000 Personen, 69 000Pkw und über 12 000 Lkw die Verbindung genutzt. Die Fähren verfügen jeweils über 12 Gefahrgutplätze an Bord und haben eine Gesamtkapazität von 600 Passagieren und 160 Pkw, Alternativ 16 Lkw sowie 55 Pkw. Faehre03 Faehre04 Faehre05 Faehre01 Faehre02
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