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„Inklusion muss laut sein“ im Berliner Bundeskanzleramt geehrt

15.06.2016 Berlin/Buchholz - Ehrung im Bundeskanzleramt – Dithmarscher Projekt „Inklusion muss laut sein“ zählt zu den bundesweit sieben herausragendsten sozialen Initiativen des 12. Startsocial-Wettbewerbes. „Es kommt mir gerade alles ein wenig irreal vor. Ich glaube ich werde ein paar Tage benötigen, um die vielen spannenden Eindrücke zu verarbeiten“, zeigte sich Ron Paustian unmittelbar nach der Ehrung seines Projekts „Inklusion muss laut sein“ durch die Bundeskanzlerin Angele Merkel tief beeindruckt. Diese hatte sich zwischen einer Kabinettsitzung und dem Empfang mit militärischen Ehren, des georgischen Ministerpräsidenten Giorgi Kwirikaschwili die Zeit genommen, den 25 Projekten, die sich durch außerordentliches Engagement im besonderen Maße ausgezeichnet hatten und zur Bundespreisverleihung eingeladen worden waren, ihre persönliche Anerkennung auszusprechen und die sieben besten Initiativen zu ehren. Die Laudatio zu der Ehrung von „Inklusion muss laut sein“ wurde vom Chef des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Christian Sewing gehalten. In seiner Lobrede zeigte sich der Deutsche-Bank-Vorstand beindruckt von der Leistung des Projektteams, das sich bereits seit sieben Jahren mit Leidenschaft und Herz ehrenamtlich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen und dabei Barrieren in den Köpfen abbaut. Auch im Anschluss der offiziellen Preisverleihung suchte Christian Sewing das persönliche Gespräch mit dem Projektleiter Ron Paustian und bot diesem die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Initiative an. „Das was Ron Paustian mit Unterstützung von Cathleen Münzberg und einem starken Team im Hintergrund in den sieben Jahren, aber insbesondere in den vergangenen sieben Monaten geleistet und gemeistert hat ist wirklich überwältigend“, waren sich die beiden startsocial-Coaches Hanne Tügel und Daniel Schultz einig. Über einen Zeitraum von vier Monaten standen die beiden Mentoren, dem Stipendiaten überaus hilfreich zur Seite, indem sie beispielsweise die vielen Ideen in Struktur eingebunden und gemeinsam Schwerpunkte erarbeitet haben. „Hier sind wirklich grandiose Projekte vertreten. Doch wenn ich mir die Entwicklung von „Inklusion muss laut sein“ angucke, kann ich wirklich bei aller Fairness sagen, dass dieses Projekt eine Auszeichnung verdient hätte“, hoffte auch Coach Daniel Schultz vor dem Beginn der Preisverleihung auf eine Platzierung seiner Schützlinge unter den ersten sieben Projekten.   Den Grundstein für die Begründung von „Inklusion muss laut sein“ hatte Ron Paustian bereits vor sieben Jahren mit dem Aufbau eines Online-Musikmagazins unter dem Namen „New Metal Media“ gesetzt. Neben den üblichen Informationen für Musikliebhaber der etwas härteren Klänge, liefert das Online-Magazin vor allem umfangreiche Informationen über Veranstaltungsorte, die wichtig und hilfreich für behinderte Menschen sind. „New Metal Media wird es auch zukünftig weiter in gewohnter Qualität geben. Die Leitung übernimmt vorerst Patrick Seidel, der mich bereits seit 2010 unterstütz. So kann ich mich komplett auf die zahlreichen neuen Herausforderungen konzentrieren, die jetzt auf mich und mein Team von ehrenamtlicher Helfern warten“, so Ron Paustian. Mit Hilfe der startsocial-Coaches und der Hamburger Anwaltskanzlei Latham & Watkins, die ebenfalls ehrenamtlich geholfen haben, hat der 39 Jahre alte Buchholzer nun eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft gegründet. „Inklusion muss laut sein“ hat es sich unter anderen zur Aufgabe gemacht, Gemeinden, Schulen und Unternehmen rund um das Thema Inklusion zu beraten, informieren und zu schulen. Dabei geht es zum einen darum individuelle Konzepte zu entwickeln, um eine Barrierefreiheit herzustellen, oder auch darum, wie eine berufliche Integration von Menschen mit Behinderung funktioniert und umgesetzt werden kann.. Ein bundesweites Begleitnetzwerk vermittelt ehrenamtliche Helfer. Diese ermöglichen Menschen mit Behinderungen eine Teilhabe am normalen Alltag, wie beispielsweise Konzert, Theater oder Kino-Besuche. „Wir setzen uns aber auch auf andere Ebene für die Rechte einzelner Menschen ein, wenn diese beispielsweise Probleme mit Kranken- sowie Rentenkassen oder anderen Institutionen haben“, betont Paustian. Ein weiterer Baustein von „Inklusion muss laut sein“ ist die Beratung von Konzert- und Festivalveranstaltern rund um das Thema Inklusion sowie auf Wunsch ein Komplettservice, dass auch eine aktive Hilfe vor Ort mit einem eigenen Helferteam vorsieht. „Wir werden in diesem Jahr erstmalig das Wacken Open Air begleiten und Menschen mit Behinderung in sämtlichen Belangen als Ansprechperson zur Verfügung stehen und unterstützen“, so Paustian. Das nächste große Ziel ist es, ein Inklusionsbüro zu eröffnen. „Hier würden wir gerne vier Mitarbeiter beschäftigen, doch dazu muss erst die Finanzierung gesichert sein“, betont Ron Paustian, der zurzeit noch auf Fördermittel, Spenden und Sponsoren angewiesen ist. Rund 400 soziale Projekte hatten sich im Herbst des vergangenen Jahres für ein viermonatiges Beratungsstipendium von startsocial beworben. Doch nur 100 Bewerber konnten sich am Ende qualifiziert. Gemeinsam mit Experten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und dem Non-Profit-Bereich arbeiteten sie vier Monate an der Weiterentwicklung ihrer Organisationen, Projekte und Ideen. Rund 300 ehrenamtliche Juroren wählten im Anschluss die 25 überzeugendsten Initiativen aus, die von startsocial-Schirmherrin Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Preisverleihung ins Bundeskanzleramt eingeladen wurden. Als einziges Projekt aus Schleswig-Holstein schaffte es Inklusion muss laut sein in die Endrunde. Sieben Projekte wurden dort mit Geldpreisen von jeweils 5.000 EUR für ihr außerordentliches Engagement ausgezeichnet. Darunter das Dithmarscher Projekt „Inklusion muss laut sein“.   Berlin01Berlin02Berlin03Berlin04Berlin05Berlin06Berlin07  
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