Brunsbüttel

Verwaiste Baustelle sorgt für Verärgerung

Lernen und Lehren auf einer Dauerbaustelle: Seit mehr als drei Jahren wird am und um das Brunsbütteler Gymnasium herum gebaut. Die neue Gemeinschaftsschule sowie der Neubau eines Lidl-Marktes in unmittelbarer Nachbarschaft sind längst fertiggestellt. Ebenso der naturwissenschaftliche Trakt des Gymnasiums. Die Sanierungsarbeiten an der Außenfassade der weiterführenden Schule dauern hingegen noch an. „Wir sind bald am Ziel“, wirbt Bauamtschefin Astrid Gasse bei Lehrern und Schülern derzeit noch einmal um etwas Geduld und weist auf den geplanten Fertigstellungstermin Ende des laufenden Jahres hin.

Doch das sich ständige arrangieren mit den Unannehmlichkeiten der diversen Baumaßnahmen, als auch mit diversen Unvorhersehbarkeiten wie dem Brand der Aula, fordert seinen Tribut. Die Nerven am Brunsbütteler Gymnasium liegen allmählich blank.

Schulleiter Hans-Walter Thee reagiert inzwischen mit Galgenhumor: „Baulärm ist allmählich zu Musik auf meinen Ohren geworden, doch bedauerlicherweise höre ich ihn nur noch sehr selten, da die Baustelle häufig verwaist ist.“ Im Lehrerkollegium gärt die Befürchtung, dass der Fertigstellungstermin zunehmend in weite Ferne rückt. Seit Monaten hat sich am Bild der Baustelle nichts verändert. Offene Wände, freiliegende Leitungen, fehlende Verdunklungsmöglichkeiten an den neuen Fenstern prägen den Anblick.  Zudem gibt es augenscheinlich Probleme mit der Versicherung, die für die Regulierung des Brandschadens in der Aula und dem angrenzenden Musikraum zuständig ist.

Schulleiter Hans-Walter Thee

„Da es noch zu keiner Einigung zwischen der Stadt als Schulträger und der Versicherung gekommen ist, konnten bislang keine Ausschreibungen für die Arbeiten rund um die Brandstelle vorgenommen werden“, erklärt Hans-Walter Thee. Dieser zeigt sich, wie auch das gesamte Lehrerkollegium verärgert über das Vorgehen des Bauunternehmens, das mit der Fassadensanierung beauftragt wurde und der Versicherung, die die Angelegenheit in die Länge zieht.

Bauamtschefin Astrid Gasse ist bemüht die Wogen zu glätten. „Die Zeit- und Arbeitspläne werden immer ausgefeilter, aber es geht voran“, teilt sie mit. Mitte September geht es mit den Fassadenarbeiten weiter. Der Terminplan steht und damit einhergehend auch der Fertigstellungstermin Ende des Jahres 2019.

Für Lehrer und Schüler heißt es noch einmal die Zähne zusammenbeißen. Da durch die Baumaßnahmen 10 Unterrichtsräume fehlen wurden sieben Oberstufenklassen übergangsweise in die ehemalige Bojeschule umquartiert. Für einige Fächer müssen diese jedoch zwischen den beiden Gebäuden pendeln, da das alte Schulgebäude nur noch überaus minimalistisch ausgestattet und ein moderner Unterricht hier kaum möglich ist. Das geschieht üblicherweise in der Pausenzeit. Wirkliche Erholung finden die Schüler und Lehrer während dieser Zeit somit nicht. Während die sich das Gros der Schüler während den Pausen auf den in den Sommerferien fertiggestellten Schulhof gedanklich sortieren kann, fehlt es den Lehrkräften an einem Rückzugspunkt. Aufgrund der Fassadensanierung steht ein richtiges Lehrerzimmer derzeit nicht zur Verfügung.