Brunsbüttel

Graue Panther wollen Koogstraße beleben

Mit einem gläsernen Bistro und Café auf dem Rathausplatz und einer Ladenzeile in den vorhandenen Pförtnergebäuden der Schleusenanlage am Gustav-Meyer-Platz möchten Brunsbüttels Graue Panther die Schleusenstadt attraktiver gestalten. Für beide Projekte wären nach Aussage von Ratsherr Heinz Zindler Investoren und mögliche Betreiber vorhanden. Neben der Zustimmung der politischen Gremien fehlt hierfür jedoch noch die Zustimmung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) für die Nutzung und entsprechende Umgestaltung der vorhandenen Gebäude an der Schleusenanlage. Gespräche diesbezüglich sollen nun von Seiten Zindlers aufgenommen werden.

Der Tourismus an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins boomt. Gemeinden wie St. Peter-Ording und Büsum haben nach Auffassung Zindlers längst die Zeichen der Zeit erkannt. Mit neuen Pfahlbauten am Strand, einem Luxushotel unmittelbar am Deich und neuen Tourismuskonzepten sind sie bestrebt, diese Entwicklung weiter voranzutreiben sowie neue Zielgruppen zu erschließen. „Im Vergleich dazu befinden wir uns hier in Brunsbüttel augenscheinlich noch immer in einer ausgedehnten Tiefschlafphase“, kritisiert der alleinige Vertreter der „Grauen Panther“ in der Brunsbütteler Ratsversammlung, fehlende touristische Entwicklungen in der Schleusenstadt.

 Seit Jahren trägt der engagierte Kommunalpolitiker Ideen in die Ausschüsse, die nach seiner Auffassung und der seiner Parteikollegen helfen würden, Brunsbüttel sowohl als Wohn-, als auch als Tourismusort attraktiver zu gestalten. Durchsetzen konnte er sich mit den Vorschlägen bislang jedoch eher selten. „Mein persönlicher Eindruck ist allmählich, dass alles was lukrativ sein könnte, von der Stadt nicht gewünscht ist“, moniert Zindler die politische Lethargie. Um im Wettstreit um Touristen nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren, fordert er schnelle Entscheidungen und deutliche Signale in Richtung potenzieller Investoren, dass sie in der Schleusenstadt willkommen sind. 

Das politische Urgestein verfügt über einen langen Atem und greift die bereits vor Jahren schon einmal vorgebrachten Ideen von Zeit zu Zeit gerne noch einmal neu auf. „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und neben möglichen Investoren und Pächtern für die Geschäfte, weitere Unterstützer gefunden“, sagt Heinz Zindler. Dazu zählt auch die Brunsbütteler Architektin Eleonore Okkens-Böse. Zur besseren Veranschaulichung hat sie bereits Bauzeichnungen gefertigt. Anhand derer sollen sowohl die politischen Vertreter der Stadt als auch die Entscheidungsträger des WSA genaue Vorstellungen über die Nutzungspläne für die Pförtnergebäude erhalten. Nach entsprechenden Umbauten könnten hier bis zu vier kleine Läden einziehen. „Neben einem Souvenirgeschäft mit Brunsbütteler und Dithmarscher Spezialitäten fehlt es hier beispielsweise an einem Kiosk mit einem breiten Zeitungs- und Zeitschriftenangebot“, so der Vorsitzende der Grauen.

Fotos von gläsernen Bistros, wie es sie in vielen deutschen Städten gibt, deuten auf das zweite Projekt hin. „Das gastronomische Unternehmen Marktpirat in Heide zeigt deutlich auf, dass sich solche Ideen realisieren lassen“, so Zindler und sagt weiter: „Der triste Rathausplatz in unserer Stadt bietet sich doch für solch ein Vorhaben an, zumal immer wieder Kritik laut wird, dass es in Brunsbüttel an einem schönen Café fehlt, wo man im Sommer nett draußen sitzen kann.“