Brunsbüttel

Lanxess erweitert Produktionsanlage

Das zweite Mal innerhalb eines Jahres lud der Kölner Spezialchemie-Konzern Lanxess gestern an seinem Brunsbütteler Standort Gäste aus Politik, Wirtschaft und Industrie zu sich ein. Wie schon im September des vergangenen Jahres zeigte sich das Unternehmen froh, eine weitere Anlagenerweiterung einweihen zu können. Betraf es im vergangenen Jahr die Herbizid-Vorproduktion, wurde nun auch der Produktionsbereich für die Herstellung von Alterungsschutzmittel der Marke Vulkanox am hiesigen Standort ausgeweitet. Ein Produkt, das vor allem in der Reifenproduktion zum Einsatz kommt.

v.li Laxess-Geschäftsbereichsleiter Dirk Van Meirvenne, Dr. Markus Oberthür, Betriebsleiter von LANXESS Brunsbüttel, CDU-Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich, Dr. Hubert Fink, Mitglied des Vorstands der LANXESS AG, Bürgermeister Martin Schmedtje, Jens-Hendrik Fischer, LANXESS-Bereichsleiter für Alterungsschutzmittel.

In die Erweiterung der Produktionsanlage hat das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Über 80 000 Arbeitsstunden von unterschiedlichen Gewerken waren nötig, um die Erweiterung im laufenden Betrieb zu errichten.

„Es ist die größte Einzelinvestition seit der Inbetriebnahme der Produktionsstätte. Mit dieser Investition legen wir für den Standort Brunsbüttel ein klares Bekenntnis ab, aber auch für den Industriestandort Deutschland insgesamt“, so Hubert Fink. Durch das Angebot an Alterungsschutzmitteln aus Brunsbüttel seien die europäischen Reifenhersteller gänzlich         unabhängig von Zulieferern aus Fernost und den USA, betonte das Vorstandsmitglied der Lanxess AG.

Als besonders erwähnenswert hob Hubert Fink die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Brunsbüttel aber vor allem mit dem Industrieunternehmen Covestro hervor. „Wir haben mit Covestro einen starken Partner an unserer Seite, der vor Ort hervorragende Bedingungen insbesondere im Bereich der Infrastruktur geschaffen hat“, so Fink.

„In Zeiten, in denen heiß über Themen wie Klimaschutz und Energiewende diskutiert wird, ist es keine Selbstverständlichkeit, das Unternehmen in Erweiterungen investieren und Deutschland die Treue halten“, äußerte der Bundestagsabgeordnete der Christdemokraten Mark Helfrich, im Rahmen der Feierstunde. Den Standort des Industrieparks bezeichnete Helfrich als „genial“ angesichts seiner Nähe zur Elbe, dem Nord-Ostsee-Kanal und der Hansestadt Hamburg. Diese Vorzüge würden allmählich auch in der Bundeshauptstadt erkannt werden. „Die Bundesregierung steht quasi Gewehr bei Fuß, um Projekte aus den Bereichen LNG und Wasserstoff hier zu unterstützen“, so Helfrich. Sofern es zum Bau des geplanten LNG-Terminals in der Schleusenstadt kommt, stünde aufgrund eines veränderten Volumenstroms, auch dem Gleisausbau nichts mehr im Wege. „Wir reden hier jedoch nicht von einem zweiten Gleis“, betonte Helfrich.

Zahlreiche Gäste nahmen an der Einweihungsfeierlichkeit teil.

Brunsbüttels Bürgermeister Martin Schmedtje zeigte sich erfreut über das Bekenntnis zum Standort. „Ich hoffe, dass die Investition nicht nur die vorhandenen 90 Arbeitsplätze sichert, sondern zudem Wegbereiter für neue Arbeitsplätze ist.“ Als einen guten, richtigen und notwendigen Weg wertete Schmedtje das soziale Engagement des Unternehmens, dass seit 2008 die Schulen der Schleusenstadt finanziell unterstützt. In den zurückliegenden vier Jahren wurden die Gymnasien in Brunsbüttel und Marne allein mit 40 000 Euro bedacht. „Angesichts der Probleme, die in Verbindung mit dem demographischen Wandel stehen, ist es wichtig, dass sich auch die Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst werden“, so Schmedtje.