Wilster

Neubau kostet elf Millionen Euro

Wilster (jpm) In der letzten Sitzung vor der Sommerpause stellte das Lübecker Architekten- und Stadtplanungsbüro „ppp“ dem Schulbauausschuss des Schulverbandes Wilstermarsch neben einem überarbeiteten Entwurfsplan eine konkrete Kostenaufstellung für den Bau einer neuen Grundschule vor. Die Gesamtkosten für den Schulneubau, der sich nicht nur durch eine energieeffiziente Bauweise und Gebäudetechnik auszeichnet, sondern ebenfalls durch großzügige, barrierefreie Nutzungseinheiten hervorsticht, belaufen sich demnach auf rund 11 Millionen Euro.

„Wir haben bei der Kostenaufstellung mit ganz aktuellen Preisen gearbeitet, die sich derzeit auf einem sehr hohen Niveau bewegen, da der Markt boomt“, erläuterte Architekt Nils Dethlefs. Dieser wies im selben Atemzug darauf hin, dass davon auszugehen ist, dass die Preise bis zu einem frühestmöglichen ersten Spatenstich in zwei Jahren, noch weiter ansteigen werden. Negativ viel die Suche nach staatlichen Fördertöpfen aus. „Derzeit gibt es nur sehr wenige Förderprogramme“, so Dethlefs. Zum jetzigen Zeitpunkt würde der maximale Investitionszuschuss bei 1,3 Millionen Euro liegen. Die restlichen 9,7 Millionen Euro wären demnach vom Schulverband zu finanzieren.

Amtskämmerer Sven Baumann fügte den Ausarbeitungen des Planungsbüros drei unterschiedliche Finanzierungsmodelle mit unterschiedlichen Laufzeiten bei. „In Betracht käme in diesem Fall wohl nur eine Finanzierung über einen Zeitraum von 20 Jahren“, so Baumann. Während sich die finanzielle Mehrbelastung in den 14 Amtsgemeinden in einem mittleren vierstelligen und fünfstelligen Bereich bewegen würde, kämen auf den städtischen Haushalt für die nächsten beiden Jahrzehnte jährliche Zusatzkosten in Höhe von rund 220.000 Euro zu.

In der anschließenden Schulverbandsversammlung mahnte Ratsmitglied Andreas Prüß (CDU) der stellvertretend für Maren Hayenga dem Gremium beiwohnte, angesichts der hohen Kosten dem Projekt nicht frühzeitig eine Absage zu erteilen. „Es wäre eine wichtige Investition in die Zukunft, die das Leben in Wilster und der gesamten Wilstermarsch noch attraktiver macht“, so Prüß. Mit Blick auf potenzielle Neuansiedlungen sei es von großer Bedeutung, wichtige Kriterien wie eine gute Verkehrsinfrastruktur, Kitas und Schulen zu erfüllen, um die Menschen dazu zu bewegen, sind in der Wilstermarsch niederzulassen.

Wewelsfleths Bürgermeister Delf Bolten (CDU) brachte seine Bedenken zum Ausdruck, das die Errichtung eines neuen Schulgebäudes in Wilster, mittelfristig mit negativen Folgen für die Schulstandorte in St. Margarethen und Wewelsfleth behaftet sein könnte. Schulverbandsvorsteher Walter Schulz (CDU) war bemüht die Sorgen zu nehmen indem er äußerte: „Solange ich mit im Schulverband sitze, wird es keine Schließung der beiden Schulstandorte außerhalb von Wilster geben.“ Er wies jedoch auch darauf hin, dass man nicht wissen könne, welche Vorgaben in den kommenden Jahren vom Land kommen.

Zu Beginn des kommenden Schuljahres wollen sich die Ausschussmitglieder, die von dem Architekturbüro entworfenen Schulneubauten in Wesselburen und Brunsbüttel ansehen, bevor weitere Entscheidungen gefällt werden.