Brunsbüttel

Alten Hafen – Kritik an geplanter Bebauung

Brunsbüttel (erb) Mit einem Bürgerbegehren wollen die Graue Panther die Bebauung der rund drei Hektar großen Freifläche Alten Hafen verhindern. Die Kommunalpolitik hält mit Kritik dagegen, denn in den zahlreichen Ausschusssitzungen hat bislang kein Projektkritiker den Dialog gesucht. Der Antrag der Grauen zeigt dennoch Wirkung.

Gerade einmal vier Wochen ist es her, dass sich der Brunsbütteler Bauausschuss auf einen Zeitplan für den Investorenwettbewerb verständigte. Auf der, durch die Verschiebung der Deichlinien entstandene Freifläche, könnten gastronomische Einrichtungen, Ferienunterkünfte und Wohnungen in exponierter Lage, mit direktem Blick auf die Elbe entstehen. Mit der Festlegung des zeitlichen Vorgehens untermauerte der Ausschuss den bereits im August des vergangenen Jahres gefällten Beschluss, einen Investorenwettbewerb für die Bebauung auszuschreiben. Doch nun gerät der Zeitplan bereits ins Stocken. Die für Ende des Jahres vorgesehene Präsentation der besten Ideen wird sich voraussichtlich auf das kommende Jahr verschieben.

Grund für die zeitliche Verschiebung: Statt wie kürzlich geplant die Kriterien für den Investorenwettbewerb festzulegen, zeigten sich die Ausschussmitglieder der Freiliberalen und Grünen am Dienstagabend überrascht darüber, die Vorgaben für die Wettbewerbsteilnehmer wie in der Tagesordnung aufgeführt, ausarbeiten und festlegen zu müssen. Auf Antrag von FDP-Ratsfrau Bettina Jebens wurde der Tagesordnungspunkt daher auf die Sitzung nach der Sommerpause vertagt, da sich einige Ausschussmitglieder nicht ausreichend gut vorbereitet sahen.

Nicht bei jedem Brunsbütteler stößt das geplante Bauvorhaben auf Akzeptanz, da ein Teilbereich der zu bebauenden Fläche als Biotop ausgewiesen ist. Nachdem das Thema bereits im vergangenen Jahr von einigen Brunsbütteler insbesondere auf Facebook kontrovers diskutiert und eine Unterschriftenaktion gegen die Bebauung in die Wege geleitet wurde, die jedoch im Sande verlief, beantragte die Wählerinitiative der Grauen Panther Dithmarschen am Freitag ein Bürgerbegehren. Sechs Monate bleiben dem Antragsteller nun, um ausreichend Unterschriften zu sammeln damit die Brunsbütteler über das geplante Bauvorhaben entscheiden dürfen. Neun Prozent der 8400 Wahlberechtigten müssen das Begehren unterstützen. Teilnahmeberechtigt ist jeder Brunsbütteler ab 16 Jahren.

 „Wir haben uns bei der Kommunalaufsicht erkundigt, Beschlüsse zur Bestimmung der Wettbewerbskriterien dürfen gefasst werden“, kündigte Bauamtschefin Astrid Gasse im Rahmen der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung auf Anfrage von Michael Bock an. Dieser hatte auf den Paragrafen 16g der Gemeindeverordnung hingewiesen, in dem es heißt, dass bis zum Bürgerentscheid keinerlei Entscheidungen zur Bebauung getroffen werden dürfen. „Über die Zeitung mussten wir erfahren, dass ein Bürgerbegehren in die Wege geleitet wurde, was ich überaus schade finde“, monierte CDU-Ratsherr die fehlende Dialogbereitschaft der Projektgegner. Zuvor hatte Bernd Wutkowski (SPD) darauf hingewiesen, dass bislang keine gestalterischen Vorgaben für die Bebauung gibt. Denkbar wäre beispielsweise auch eine Bebauung, die den Erhalt des Biotops berücksichtigt.

Foto:
Handelt es sich bei der ehemaligen Überschwemmungsfläche um ein schützenswertes Biotop oder kostbares Bauland