Wilster

Vorerst keine Hundewiese

Wilster (erb) Vorerst keine Hundewiese in Wilster – Sozialdemokraten scheitern mit Antrag auf Ausweisung einer öffentlich zugänglichen Hundefreilauffläche. Die Idee, in der Marschenstadt eine eingezäunte Fläche zu schaffen, auf der Hunde unangeleint miteinander toben können, stieß im Finanzausschuss nicht auf absolute Ablehnung. Zwar sprach sich die CDU-Fraktion geschlossen gegen den Antrag der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Natascha Böhnisch aus und auch aus den Reihen ihrer Parteikollegen gab es eine Enthaltung bei letztlich zwei Fürstimmen, doch neben einer nachvollziehbaren Begründung für die Zustimmungsverweigerung gab es auch Alternativvorschläge.

Auf rund 11 000 Euro belaufen sich die einmaligen Kosten für die Herrichtung einer eingezäunten circa 900 Quadratmeter großen Hundewiese. Hinzu kommt ein jährlicher Posten in Höhe von etwa 12 000 Euro für die Pflege und Reinigung der Anlage. Angesichts der desolaten Haushaltslage der Stadt, ist dieses Projekt aus Sicht der CDU derzeit finanziell nicht zu stemmen.

Zudem wiegt eine weitere Sorge schwer: Obwohl im gesamten Stadtgebiet Spender für Hundekotbeutel aufgestellt wurden, räumen viele Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Begleiter nicht weg oder schlimmer noch, entsorgen die vollen Hundekotbeutel in Gärten und der Natur. Dieses offenkundige Fehlverhalten erweckt die berechtigte Sorge, dass die gleiche Rücksichtslosigkeit auch auf der Hundewiese zum Tragen kommt, und die veranschlagten Kosten für Reinigung und Pflege nicht ausreichen werden.

Zuviel des Guten für die CDU. „Den Antrag können wir so nicht mittragen. Was wir uns jedoch vorstellen könnten wäre, dass wir einem Verein bei der Pacht für eine geeignete Fläche entgegenkommen“, äußerte Andreas Prüß (CDU). Während die Stadt dem Verein eine geeignete Fläche kostengünstig zur Verfügung stellt, kümmert sich dieser um die Errichtung und Unterhaltung der Anlage, so der Gedanke hinter dem Vorschlag.

Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten Mark Dethlefs brachte eine weitere Möglichkeit ins Spiel, wie sich die Umsetzung finanziell ermöglichen ließe, merkte jedoch an, dass diese nicht gänzlich unproblematisch sei: „Finanzierbar wäre das Vorhaben auch über eine jährliche Gebühr, die von allen Hundehaltern zu entrichten ist.“

Das Problem hierbei ist jedoch, dass viele Hundehalter ihre pelzigen Begleiter nicht angemeldet haben. Die finanzielle Last würde somit auf jenen Schultern verteilt werden, die bereits ehrlich ihre Hundesteuern zahlen. „Vor einigen Jahren haben wir mal eine Zählung durchgeführt wodurch die Zahl der angemeldeten Hunde schlagartig von 150 auf über 300 stieg“, so Dethlefs. Würde die Stadt eine erneute Zählung veranlassen, würde sich dieser Effekt mit Sicherheit wiederholen, ist ein deutlicher Trend zum Zweit- und Dritthund zu erkennen, betonten die Christdemokraten. Würden alle Hundehalter zahlen, wäre die Gebühr überschaubar. Doch ob die Bereitschaft bei allen Hundehaltern vorhanden ist, diese zusätzliche Abgabe zu leisten, ist fraglich.