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Westküstenleitung: Trassenbau in luftiger Höhe

St. Michaelisdonn 2019.02.19 – Die Arbeiten an der in fünf Bauabschnitten gegliederten Westküstenleitung laufen auf Hochtouren. Wenn alles planungsgemäß läuft, soll die rund 140 Kilometer lange  380-kV-Leitung Ende 2022 fertiggestellt sein. Dann kann der erneuerbare Strom von Deutschland aus nach Dänemark fließen und umgekehrt.

Gestern Vormittag konnten sich die Einwohner der Gemeinde St. Michaelisdonn einen Eindruck über die Arbeiten an dem zweiten Bauabschnitt der Westküstenleitung verschaffen.  Für einige Stunden schwebte unmittelbar hinterm Ortsausgang der Gemeinde, ein Helikopter knapp über den Strommasten. „Meine Aufgabe ist es, ein aus Kunststoff gefertigtes Vorseil mit meinem Helikopter in etwa 65 Meter Höhe zu bringen und dass so, dass die Freileitungsmonteure, die sich auf den Masten befinden, dieses per Hand greifen und in sogenannte Abspanner einführen können“, so Pilot Walter Koopmann. Insgesamt vier Mal wurde jeder einzelne der insgesamt sechs Masten angeflogen, bis alle nötigen Vorseile in allen Phasen des Mastes eingehängt waren. Dabei wurde nicht nur dem Piloten höchste Konzentration abverlangt, der mit den Monteuren ausschließlich über Handzeichen kommunizierte. „Über die reißfesten Nylonseile ziehen wir später Stahlseine nach oben und über die werden die eigentlichen Leitungen in Position gebracht, die für den Helikopter zu schwer wären“, erläuterte Bauleiter Gerald Isola. Den Einsatz des Helikopters lässt sich das Unternehmen einiges kosten. Pro Flugminute wird bezahlt. In der Regel werden die Seile vom Boden aus eingezogen, was einige Tage dauern kann. „Gerade in Dithmarschen liegen häufig besondere Umstände vor, die den Einsatz des Helikopters rechtfertigen“, so Isola und weiter: „hier gibt es halt viele Straßen und vor allem Gräben, die diese Arbeit am Boden verkomplizieren.“

„Gerade in Dithmarschen liegen häufig besondere Umstände vor. die den Einsatz des Helikopters rechtfertigen“, so Bauleiter Gerald Isola.

Der gesamte zweite Bauabschnitt erstreckt sich über etwa 23 Kilometer.  58 Masten tragen die 380-kV-Leitungen, die vom Umspannwerk Süderdonn zum Umspannwerk Heide West bei Lieth führen. „Auf einer Strecke von 20,4 Kilometern werden wir im Gegenzug die bestehende 110-kV-Leitung demontieren“, so Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer. Für Juli ist die Inbetriebnahme der neuen Leitung geplant.

Bauleiter Gerald Isola mit Tennet-PRessesprecher Mathias Fische FOTO: Jens-Peter Mohr

Der mit 42 Masten bestückte, rund 14 Kilometer lange ersten Bauabschnitt von Brunsbüttel nach Süderdonn wird bereits seit Ende 2016 genutzt. Die Arbeiten am dritten Abschnitt zwischen Heide und Husum wurden im September des vergangenen Jahres aufgenommen. Bis Ende 2021 soll auch der mit 46 Kilometern und 129 Maststandorten, längste Bauabschnitt fertiggestellt sein. Ein Jahr später könnte der Strom den vierten Abschnitt passieren. Von Husum geht es in Richtung Klixbüll. „Etwas schwieriger gestaltet sich derzeit die Umsetzung des fünften und letzten Bauabschnittes der 380-kV-Westküstenleitung“, so Peter Hilffert, Referent für Bürgerbeteiligung. Hier wirf der Trassenverlauf Fragen auf. Zudem hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen den Bau der Strommasten notfalls auch mit rechtlichen Schritten vorgehen will und ein Erdkabel fordert. „Eine Erdverkabelung ist nicht so ohne weiteres Möglich zudem geben die gesetzlichen Vorgaben in diesem Fall eine Freileitung vor“, betont Hilffert.

Schleswig-Holstein nimmt mit seinen windreichen Küstenregionen einen besonderen Stellenwert beim Umbau der Energieversorgung in Deutschland ein. Für die hohe Stromproduktion aus besehenden und neu geplanten Windenergieanlagen und anderen Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstien müssen neue Transportleitungen geschaffen werden. Bereits heute drehen sich an der Westküste über 1500 Windräder mit einer Gesamtleistung von mehr als 3000 Megawatt.

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