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Elbvertiefung startet bei Brokdorf

Brunsbüttel 19.02.2019 – Startschuss für die Bauarbeiten zur Elbvertiefung: Nach rund 17 Jahren Planung, Vorbereitung und zahlreich geführter Prozesse, wurden heute die von Hafenbetreibern und Reedern lang ersehnten vorbereitenden Maßnahmen zur Fahrrinnenvertiefung aufgenommen. Bevor Schwimmbagger mit dem eigentlichen Ausbau der Fahrrinne beginnen können, müssen entlang der Elbe zunächst fünf Unterwasser-Ablagerungsflächen (UWA) errichtet werden. Das erste Strombauwerk, das zum einen Baggergut aus der Elbvertiefung aufnehmen und zum anderen eine stromlenkende Funktion übernehmen wird, entsteht in Höhe Brokdorf. Bis Ende März sollen die Arbeiten an der etwa 24 Hektar großen UWA andauern. „Das Auftragsvolumen hierfür liegt bei fünf Millionen Euro“, teilte Bernhard Meyer, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven mit. Weitere Bauabschnitte wurden bereits in Auftrag gegeben. Die Gesamtkosten für die Elbvertiefung liegen bei etwa 800 Millionen Euro.

Bernhard Meyer, Leiter des WSA-Cuxhaven erläutert das Vorgehen FOTO: Jens-Peter Mohr

Die Errichtung des Unterwasserbauwerkes Brokdorf übernimmt das Unternehmen Heufelman Ibs. Mit der 50 Meter langen und 9,5 Meter breiten Schute “Lemsterland“ befördert das aus dem ostfriesischen Leer stammende, mittelständische Wasserbauunternehmen in den kommenden Wochen rund 113 000 Kubikmeter Kies vom Brunsbütteler Elbehafen nach Brokdorf.  Auf einer Länge von etwa 1,7 Kilometern, wird auf dem Grund der Elbe ein bis zu 3,5 Meter hoher Damm errichtet. Der Kies für das Unterwasserbollwerk stammt aus Norwegen und wird mit selbstentladenden Frachtschiffen wie der 175 Meter langen “Beltnes“, nach Brunsbüttel gebracht. Per Radler und Förderband erfolgt von der Landseite die Umladung auf die “Lemsterland“, die bis zu 600 Tonnen Material bewegen und vor Ort verklappen kann. Für die Feinarbeiten kommen am Einsatzort mit der IBIS 4 und Zyklopen zwei Kranschiffe zum Einsatz. Nach der Fertigstellung des Dammes sollen etwa 700 000 Kubikmeter Bodenaushub aus der Fahrrinne, auf der rund 34 Fußballfelder großen Unterwasser-Ablagerungsfläche vor Brokdorf abgelegt werden.

Bis zu 600 Tonnen Schüttgut befördert das Verklappschiff Lemsterland

Anhand von Modelluntersuchungen wurden die Orte für die Ablagerungsflächen ermittelt. Untersucht wurden hierbei die Einflüsse der Unterwasserbauwerke auf die Stromgeschwindigkeiten sowie Veränderungen im Bereich des Tidenhubs. Auch bei dem Material für den Damm wurden zunächst einige Test unternommen. Bereits 2006 wurde in Höhe der niedersächsischen Gemeinde Altenbruch das norwegische Gestein verarbeitet. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gesammelt. Auch nach mehr als zehn Jahren ist die Lage und Höhe des eingebrachten Gesteins so, wie zu Beginn“, so Meyer.

„Wir sind überaus erfreut darüber, dass der Brunsbütteler Elbehafen und Brunsbüttel Ports als Unternehmen einen Beitrag zur Elfvertiefung leisten kann“, äußerte Brunsbüttel Ports-Geschäftsführer Frank Schnabel und sagte weiter: „Die Elbvertiefung ist ein wichtiges Thema nicht nur für den Hamburger Hafen. Auch die Häfen an der Unterelbe profitieren von der besseren Schiffbarkeit insbesondere für große Schiffe.“  

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