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Deine Feuerwehr braucht Dich!

FeuerwehrEmblem   (Wilster) Die Feuerwehren schlagen Alarm. Immer weniger Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Ein trauriger Trend, den insbesondere auch die Wehren deutlich zu spüren bekommen. Hinzu kommt, dass viele von den Menschen, die als ehrenamtliche Brandschützer aktiv sind, zur Tageszeit aus beruflichen Gründen nicht einsetzbar sind. Immer häufiger sehen gar die Arbeitgeber davon ab, die Feuerwehrfrauen und –Männer während ihrer Arbeitszeit für Einsätze freizustellen. Viele Wehren sind aus diesen Gründen tagsüber nicht einsatzfähig und müssen auf die Unterstützung der Nachbarwehren hoffen.

Von 132.508 Einwohnern im Kreis Steinburg engagieren sich lediglich 2,59 Prozent der Menschen in der Feuerwehr. Etwas zugespitzt erklärt: Während 3.431 Bürger bei Verkehrsunfällen, Bränden oder in Rahmen anderer Hilfeleistungen aktiv werden, schauen 129.076 einfach nur zu und haben hohe Erwartungen an ihre Feuerwehr, betonte Kreiswehrführer Frank Reather.

Im Zuge der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Steinburg lieferte der Vorstand, den im Colosseum zahlreich erschienenen Feuerwehrkameraden des Kreises, einen kleinen Überblick über die statistischen Zahlen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass in der Wilstermarsch 6,08 Prozent der 6.889 Einwohner in den elf Gemeindewehren aktiv sind. Damit führt das Amt Wilstermarsch die Statistik an. Das Schlusslicht bildet das Amt Kellinghusen. Von 23.435 Einwohner sind hier lediglich 628 Menschen Mitglied in einer Wehr und somit Prozentual gesehen, die wenigsten Einwohner im Bereich des Feuerwehrwesens aktiv. Auch in den drei Städten des Kreises Steinburg fällt die Bilanz nicht viel besser aus. Von 32.522 Itzehoern sind 89 in der Feuerwehr. Glückstadt zählt 72 aktive Kameraden bei einer Einwohnerzahl von 11.452 und in Wilster sind von 4.424 Einwohner 49 in der Feuerwehr aktiv. Während in den Jugendwehren der weibliche Anteil bei 27 Prozent liegt, beträgt der Frauenanteil in den aktiven Wehren lediglich 6,4 Prozent.

Auch wenn im Vergleich zum Vorjahr die Mitgliederzahl im Kreis Steinburg um 40 Mitglieder gestiegen ist, so ist dies noch längst kein Grund zur Freude. „Vor dem demographischen Wandel kann keiner weglaufen“, unterstrich Raether und betonte, das die Mitgliedergewinnung auch weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben ist.

2012 rückten die Feuerwehren im Kreis 1864 Mal aus. Mit 325 Alarmierungen führt die Feuerwehr Itzehoe die Statistik. Gefolgt von Glückstadt (240 Einsätze) und Kellinghusen (106).

Die 120. Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Steinburg besuchte erstmalig, der seit drei Wochen im Amt stehende Steinburger Landrat Torsten Wendt. Seine Grußworte nutzte Wendt unter anderen, um sich den Feuerwehren des Kreises vorzustellen. Dabei ließ der bald zweifache Familienvater durchblicken, das er das Rettungswesen und den Katastrophenschutz nicht nur aus seiner Jungendfeuerwehrzeit kennt.  Als ausgebildeter Feuerwehrmann, Erste-Hilfe-Ausbilder beim DRK, Gastdozent für Katastrophenschutz an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg weiß der Landrat um die Sorge und Nöten in diesen Bereichen. „Wir werden uns in naher Zukunft über den Katastrophenschutz unterhalten müssen“, kündigte Torsten Wendt an.

Neben den Vorzügen, die es hat, wenn ein Landrat ein Fachmann für das Feuerwehr-, Katastrophenschutz- und DRK-Rettungswesen ist, kann es auch durchaus auch Nachteile haben, wenn der oberste Beamte eines Landkreises über ein solch fundiertes Wissen verfügt. Denn dann weiß dieser schließlich nicht nur, wo der Schuh drückt, sondern auch wo Einsparpotenzial besteht, scherzte Itzehoes THW-Ortsverbandsleiter Sven Guericke.

 

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