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Freie Fahrt für Elbfähre – Tempolimit zunächst vom Tisch

Brunsbüttel 2019.02.05 – Grünes Licht aus Bonn: Tempolimit für die geplante Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel vorerst vom Tisch. Anstrengungen laufen, den Fährbetrieb zum Ostergeschäft wieder aufzunehmen. Der Weg bleibt jedoch weiterhin steinig, wie Elbferry-Geschäftsführer Heinrichs Ahlers am Montagabend auf Einladung des Nautischen Vereins gegenüber zahlreichen Gästen im Hotel Zur Traube verriet.

Groß war das Interesse am Sachstandsbericht zur Wiederaufnahme der Elbquerung. So groß, dass selbst die zusätzlich herangebrachten Stühle nicht ausreichten, um jeden Zuhörer einen Sitzplatz zu bieten.

Insbesondere das zum 15. Januar eingeführte Tempolimit auf der Elbe bereitete Sorge. (Wir berichteten) Doch zumindest in diesem Punkt gab der Geschäftsführer der Reederei Elbferry GmbH vorerst Entwarnung. „Gemeinsam mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden“, verriet Heinrich Ahlers. Doch ob diese die Investoren zufriedenstellen werde, vermochte er noch nicht zu sagen. Denn: die von der Reederei beantrage dauerhafte Ausnahmegenehmigung wurde noch nicht erteilt. Stattdessen wurde das Schifffahrtsunternehmen am Freitag ermächtigt, eine zeitlich nicht festgelegte Testphase durchzuführen. Während dieser Probezeit, darf die Fähre ihre Leistung in Gänze ausschöpfen. „Ich warte derzeit auf eine Antwort der Investoren, die immerhin mehr als 20 Millionen Euro für das Vorhaben zur Verfügung stellen wollen, ob sie mit der Vereinbarung leben können.“

Trotz positiver Signale aus Bonn – das letzte Wort haben die Investoren im Hintergrund

Sobald die Investoren ihr Einverständnis erklären, soll der Kauf der „MF Fanafjord“ endgültig abgewickelt werden. Einen Vorvertrag hierfür gibt es bereits. Doch hier wartet das nächste Hindernis. Die mit einem umweltfreundlichen Flüssiggas (LNG)-Antrieb ausgestatte, 130 Meter lange und 25 Knoten schnelle Fähre befindet sich derzeit noch in Norwegen im Einsatz. „Der Neubau, der dieses Schiff dort ersetzen soll, ist noch nicht fertiggestellt“, so Ahlers und weiter: „Wir treiben unsere Bemühungen dennoch voran, dass die Fähre ab dem 23. März in Cuxhaven liegt, da wir noch einige Umbauten vorzunehmen haben.“ Eine Verzögerung würde den Zeitplan in Gefahr bringen, der eine Inbetriebnahme bis spätestens zum 1. Mai dieses Jahres vorsieht. „Wir werden sicher nicht im August starten. Dann nehmen wir den Betrieb notfalls halt im kommenden Jahr auf.“ Dieselben Fehler wie das Vorgängerunternehmen wolle man nicht machen, unterstrich Ahlers.

Die Voraussetzungen für eine Fährverbindung seien nahezu ideal. „Ich hatte Gespräche mit Speditionen und dem Verkehrsministerium, die damit rechnen das die massiven Einflüsse, die durch die Bauarbeiten rund um die A7 und A1 entstehen, noch über das Jahr 2030 hinaus anhalten werden“, so Ahlers. Hinzu kommen Straßenbaumaßnahmen rund um Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet, die nach Lösungen für den Lkw-Verkehr rufen. Die Bereitschaft die Fährverbindung zu nutzen sei daher insbesondere bei Frachtkunden hoch. Planungen im Bereich der Transportmengen von mindestens 80 Lkws und 170 Pkws täglich, seien durchaus als realistisch zu betrachten, sofern keine Bindung an das 15-Knoten-Tempolimit besteht. Denn nur mit höherer Geschwindigkeit könnten Fahrzeiten von einer Stunde und Abfahrtzeiten im 3-Stunden-Takt, sowie eine Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden.

Der Bremer Hauptinvestor Marco Fuchs, plane nach Angaben des Reedereigeschäftsführer bereits den Bau einer weiteren, wasserstoffbetriebenen Fähre, die in drei Jahren in Betrieb genommen werden könnte. Zudem spielt die Reederei Elbferry mit den Gedanken, ein Grundstück in Fähranlegernähe zu erwerben, wo neben einem Pkw-Parkplatz insbesondere Lkw-Stellplätze sowie ein Toiletten- und Duschhaus für die Fernfahrer errichtet werden sollen.

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