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Landstrom für Schiffe

Brunsbüttel (jpm) Emissionsfreie Liegezeiten: Nun kommen auch in Brunsbüttel Schiffe an die Steckdose. In der vergangenen Woche gaben die Brunsbütteler Stadtwerke nach rund einjähriger Planungs- und Bauzeit gleich fünf neue Landstromanlagen am Südkai für die Nutzung frei.

Die Unternehmensgruppe F.A. Kruse als Hafenbetreiber sowie die Firmen Adolf Cornels GmbH – die weltweit Schiffsreparaturen durchführt, das Schlepperunternehmen Bugsier, die für den Schleusenneubau zuständige Arge-Neubau und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel waren geschlossen an die Stadtwerke herangetreten. Wunsch der Unternehmen war es, die bis zu sechs Schiffe,die am Südkai anlegen können, während ihrer Liegezeit künftig von Landseite her mit Strom zu versorgen.

Vor allem aus ökologischer Sicht sei das laufen lassen der Schiffsmotoren zur Stromgewinnung nicht mehr zeitgemäß, so die Investoren.Zudem sind die zusätzlichen und eigentlich nicht notwendigen Betriebszeiten für die Dieselmotoren nicht unbedingt vorteilhaft. Inspektions- und Wartungsintervalle könnte zulasten der Einsatzbereitschaft der Schiffe gehen. „Für unser Unternehmen bedeutet die Landstromversorgung mehr Flexibilität bei der Durchführung von Schiffsreparaturarbeiten“, nannte Cornels-Geschäftsführer, Ralf Stüben seine Beweggründe für die Forderung nach einem Landanschluss.

Nach Prüfung der Machbarkeit und Kosten legten die Stadtwerke schließlich los. „Im Zuge der Bauausführung gab es tatsächlich ein paar Herausforderungen, die jedoch hervorragend gemeistert wurden“, so Stadtwerke-Chef Andreas Wulff. So mussten die Versorgungsleitungen nicht nur unter vorhandenen Bahnschienen durchgelegt werden, auch durfte die alte Gewölbegründung im Erdreich durch die Arbeiten nicht beschädigt werden. „Wirtschaftlich gesehen, bringt uns die Landstromanlage keinen großen finanziellen Vorteil“,sagt Operations-Manager Marco Hiebenga, von der Firma Bugsier. Sowohl der Umweltaspekt als auch die deutlich verbesserten Arbeitsverhältnisse für die Schlepperbesatzungen,die während der Liegezeiten nicht mehr pausenlos den Motorengeräuschen und Vibrationen ausgesetzt sind aber auch die positiven Auswirkungen der reduzierten Betriebszeiten für die  Motoren, seien wichtige Gründe gewesen, warum sich das Schlepperunternehmen für die Errichtung der Landanschlüsse ausgesprochen habe. In den Häfen in Hamburg, Bremerhaven sowie Wilhelmshaven,wo das Unternehmen weitere Schlepper liegen hat, zählen Landanschlüsse bereitsseit langem zum Standard. Die Investitionskosten in sechsstelliger Höhe haben sich alle Beteiligten geteilt.

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v.li Cornels-Geschäftsführer Ralf Stüben, Bugsier Operation Manager Marco Hiebenga, Geschäftsführer der Schlepprederei Gruppe Fairplay (Bugsier) Holger Schwesig, Thomas Fischer (WSA), Andreas Wulff (Stadtwerke)

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