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Sorge vor zu hoher Radioaktivität

Sammeleinwendung gegen Vattenfall-Antrag

Wilster (jpm) Eine Sammeleinwendung mit 500 Unterschriften gegen die Einleitung von radioaktiv belasteten Wasser aus dem stillgelegten Atomkraftwert Brunsbüttel in die Elbe haben am Donnerstag Vertreter der Initiative Brokdorf akut und der Kreisgruppe Steinburg des BUND bei der Bauverwaltung des Amtes Wilstermarsch abgegeben. Grund für die Aktion ist ein von der Betreibergesellschaft Vattenfall gestellte Antrag auf die Erteilung einer gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis für die Einleitung von erwärmtem Kühl- und Abwasser in die Elbe. In Verbindung damit wird ersucht, den Grenzwert für radioaktive Stoffen, die jährliche über das Abwasser abgeführt werden dürfen, auf 185 Milliarden Becquerel festzusetzen sowie die Genehmigung für den Bau einer rund 200 Meter langen Ableitung zur besseren Verdünnung der radioaktiv kontaminierten Abwässer zu erteilen. „Der beantrage Grenzwert in Verbindung mit dem Bauantrag für das Abwasserrohr erwecken unser Misstrauen“, sagt Karsten Hinrichsen von Brokdorf akut und erläutert: „Während des Betriebes hat Vattenfall augenscheinlich gute Arbeit geleistet und die genehmigten Grenzwerte zu weniger als 0,01 Prozent ausgeschöpft. Warum wird der beantragte Grenzwert jetzt nicht entsprechend nach unten korrigiert?“ Obwohl im Atomkraftwerk keine Brennelemente mehr vorhanden sind und es quasi kaum noch etwas zu kühlen gib, wird weiterhin mit der Entnahme und Einleitung von gut 10 Millionen Kubikmetern Elbwasser pro Jahr geplant, kritisieren die Umweltverbände. „Wir befürchten, dass sich der Betreiber des AKW Brunsbüttel während des Rückbaus zwar an die Grenzwerte jedoch nicht an das Gebot der Strahlenminimierung und der Zustandsverbesserung für die Elbe halten wird“, so Eilhard Stelzner. Radioaktive Stoffe, die im Zuge der Rückbauarbeiten anfallen und eigentlich kostenintensiv im Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zwischengelagert werden müssten, bevor sie ins Endlager gebracht werden, könnten auf günstige Art und Weise jedoch zu Lasten von Menschen und Umwelt, über die Abwässer entsorgt werden. „Warum sonst will der Betreiber mit dem Abwasserauslass weiter in die Elbe hinein gehen und eine bessere Verdünnung erzielen“, so Kasten Hinrichsen. Diese über die natürliche Strahlenbelastung hinausgehende Radioaktivität, die dem Elbwasser zugeführt wird, könnte bei Menschen Sinnbildlich der Tropfen sein, der das Fasszum überlaufen bringt und damit Auslöser für die Entstehung von Krebserkrankungen sein. Eine Befürchtung die sowohl ein Elbfischer als auch einige Kohlbauern aus Neufelderkoog (Dithmarschen) teilen, die sich an der Sammeleinwendung beteiligt haben.  Aufgrund des trockenen Sommers sahen sich Kohlbauern gezwungen, ihre Felder mit Elbwasser zu bewässern. Die Sorge ist groß, dass die Einleitung von radioaktiv belasteten Abwässern in die Elbe, mit einer deutlich höheren Strahlenbelastung als in der Vergangenheit, zu höheren Strahlenwerten im Gemüse führen kann. Eine Sorge die der Elbfischer teilt.„Auch die Glückstädter Gemüsebauern würde dies betreffen“, so Hinrichsen.Während sich die Menschen in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen noch nicht so richtig mit den anstehenden Problemen auseinandergesetzt zu haben scheinen,seien die Menschen auf der niedersächsischen Elbseite bereits deutlich aktiver,so Hinrichsen. „Innerhalb einer Woche kamen dort rund 1900 Unterschriften zusammen.“ Nach Angaben des NDR übergab am Donnerstagabend eine Bürgerinitiative eine Protestliste mit 4400 Unterschriften an Harald Zahrte, parteiloser Bürgermeister der Samtgemeinde Land Hadeln (Landkreis Cuxhaven).

Foto: Überbrachten dem Amt Wilstermarsch die Sammeleinwendung mit knapp 500 Unterschriften:

v.li Anke Dreckmann, Ursula Lehnau, Norbert Pralow, Giesela Wieneke, Karsten Hinrichsen, Eilhard Stelzner

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