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Grünes Licht für Zwischenlager

By Jens-Peter Mohr | In Brunsbüttel, Kreis Dithmarschen | on Oktober 6, 2017
06.10.2017 Brunsbüttel - Die Stadt Brunsbüttel hat Vattenfall die Teilbaugenehmigung für den Bau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LasmA) aus den Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel und Rest-Betriebsabfälle erteilt. Die Schleswig-Holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) hat gemäß der Strahlenschutzverordnung die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf dem Gelände des Kernkraftwerks bestätigt. Dies war für die Stadt Brunsbüttel eine Voraussetzung, um eine Teilbaugenehmigung für die Pfahlgründung und Pfahlkopfplatte zu erteilen. Die Betriebsgesellschaft Vattenfall kann nun mit dem Bau des Lagers beginnen, heißt es in einer Erklärung des Energiewendeministeriums. Mit der Errichtung des zweischiffigen Lagergebäudes und des Funktionsgebäudes würde der Energiekonzern Vattenfall gerne Anfang 2018 beginnen. „Der tatsächliche Beginn hängt von der Freigabe des Baufeldes durch die Aufsichtsbehörde ab“, so Vattenfall-Pressesprecherin, Sandra Kühberger. Angedacht ist neben einem 116 Meter langen, rund 48 Meter breiten und 16 Meter hohen Lagergebäude mit Handhabungs- und Lagerbereichen ein sich anschließendes, zweigeschossiges Funktionsgebäude, das eine Länge von 36 Metern, eine Breite von 14 Metern sowie eine Höhe von zehn Metern aufweist, sowie Zuwegungen, Gleisanschluss und eine Umzäunung. Errichtet werden die Gebäude auf einer 1,5 Meter starken Bodenplatte, die von etwa 380 Großbohrpfählen getragen wird. Für die Außenwände ist eine Wandstärke von zirka 0,85 Meter vorgesehen. Unter dem Schutz einer ein Meter dicken Stahlbetondecke sollen neben den schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel insbesondere die derzeit in den beiden Transportbereitstellungshallen gelagerten Abfälle aus dem Betrieb der Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel eingelagert werden. Bei dem Rückbau des Kernkraftwerkes Brunsbüttel entstehen etwa 300.000 Tonnen Abfall. Rund zwei Prozent (etwa 6000 Tonnen) des Gesamtabfalls muss als radioaktiv belastet in einem Endlager deponiert werden. Sobald das Bundesendlager Schacht Konrad bei Salzgitter seinen Betrieb aufgenommen hat, sollen die Abfälle nach und nach dorthin verbracht werden. Dieser Prozess wird voraussichtlich mehrere Jahrzehnte dauern, heißt es aus dem Kieler Ministerium. Während für die Errichtung des LasmA eine Baugenehmigung erforderlich ist, ist für den Betrieb des Zwischenlagers eine Umgangsgenehmigung nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) notwendig. Um die spätere Nutzbarkeit schon bei Baubeginn sicherzustellen, hat die atomrechtliche Genehmigungsbehörde bereits vor Abschluss der Prüfung der strahlenschutzrechtlichen Genehmigungsvoraussetzungen alle für die Teilbaugenehmigung relevanten Anforderungen untersucht und der Unteren Bauaufsichtsbehörde auf deren Anforderung hin bestätigt. Diese Prüfung hat unter anderen ergeben, dass die maximal im LasmA einzulagernde Aktivität begrenzt werden wird. Nach derzeitiger Einschätzung auf weniger als die Hälfte des beantragten Werts. Die maximale einzulagernde Aktivität ist mit 5 E +17 Bq (Becquerel) beantragt worden. „Vor dem Hintergrund der erheblich verspäteten Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad hat Vattenfall im Jahr 2014 den Bau eines Abfallzwischenlagers auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel beantragt, um den Rückbau des Kraftwerks weiter planen und realisieren zu können“, betont Pieter Wasmuth, Geschäftsführer der Kernkraftsparte von Vattenfall. Schacht Konrad als bundesweites Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollte ursprünglich bereits Mitte bis Ende der 90’er Jahre eröffnet werden. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Verzögerungen. Aktuell rechnet das Bundesumweltministerium mit einer Inbetriebnahme zwischen 2022 und 2025. Foto: Karsten Schröder

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