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Kruse möchte Hafenbetreiber werden

By Jens-Peter Mohr | In Brunsbüttel, Kreis Dithmarschen | on Juli 31, 2017
30.07.2017 Westküste - Die neue Landesregierung hat sich die Wirtschaftsförderung an der über Jahre vernachlässigten Westküste auf ihre Fahnen geschrieben. Mit Spannung wurde daher am Freitag dem Besuch des neuen Mannes an der Spitze des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein in Brunsbüttel entgegengefiebert. Mit etwas Verspätung traf Bernd Buchholz (FDP) in der Schleusenstadt ein, um sich in Gesprächen mit Unternehmern aus der Region, ein umfassendes Bild von der gegenwärtigen Gesamtsituation in und rund um das größte Industriegebiet in Schleswig-Holstein machen zu können. Die Ansiedelungspläne des ersten deutschen LNG-Terminals in Brunsbüttel sowie das Multi Purpose Pier-Vorhaben waren dominierende jedoch nicht die einzigen Themen, mit denen der seit viereinhalb Wochen in Amt stehende Wirtschafts- und Verkehrsminister konfrontiert wurde. Nach einem intensiven Auftaktgespräch mit Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck standen neben einer Unterredung mit Brunsbüttel Ports Geschäftsführer, Frank Schnabel ein Austausch mit dem Unternehmensinhaber der Spedition Kruse, Friedrich Kurse Senior sowie der Geschäftsführung auf dem Plan, bevor es zu einem Gedankenaustausch mit geladenen Gästen aus der Wirtschaft ins Restaurant des Elbeforums ging. Mit überaus guten Halbjahreszahlen (wir berichteten) wurde Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz vom Chef der maritimen Unternehmensgruppe Schramm, Frank Schnabel empfangen. „Der Dialog mit politischen Vertretern, insbesondere mit der neuen Landesregierung, ist von großer Bedeutung“, zeigte sich Schnabel erfreut über den hochrangigen Besuch aus der Landeshauptstadt. Nur wenn Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen, können Chancen und Potenziale verfolgt und gemeinsam umgesetzt werden, unterstrich er im Zuge der Zusammenkunft. Die Aussprache mit dem Minister nutze Schnabel nicht nur als Geschäftsführer, sondern auch als Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Parks, um unter anderen auf den dringend notwendigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hinzuweisen. „Wir als Landesregierung haben es uns als erstes vorgenommen, das Thema Infrastruktur auch gerade für den Bereich der Westküste prioritär in die Hand zu nehmen“, äußerte der Minister und wies darauf hin, dass er das Thema um die A20 angesichts der Verzögerungen zur Chefsache erklärt habe. Friedrich A. Kruse rückte beim Treffen mit dem Minister den erfolgreichen Werdegang des seit über 100 Jahren in der Schleusenstadt angesiedelten Speditionsunternehmens ins Blickfeld Bernd Buchholz. „Unsere Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende“, sagte Kruse, der ergänzte: „Es gibt Ansiedelungsidee für Brunsbüttel, über die man heute noch nicht reden kann.“ Auch aufgrund des sehr engen Kontakts zu dem mit ernsten Ansiedelungsplänen behafteten Unternehmen, habe sich das Speditionsunternehmen dafür entschieden, sich an einer Ausschreibung für einen Betreiber des Vielzweckhafen zu beteiligen. „Wir nehmen diese Entscheidung sportlich“, reagierte Brunsbüttel-Ports Geschäftsführer Frank Schnabel als Mitbewerber auf die Bekanntmachung der Firma F.A. Kurse zurückhaltend. „Je mehr Interessenten da sind und je mehr die Möglichkeit der Auslastung eines solchen Hafens gewährleistet ist, desto stärker sind wir an der Förderfähigkeit und der Fördermöglichkeit durch das Land dran“, zeigte sich der Wirtschaftsminister über die Interessensbekundung der Firma Kruse erfreut. Im selben Atemzug machte Buchholz aber auch deutlich, dass eine Ankündigung ihm alleine zu wenig sei, sondern konkrete Planungen und Taten am Ende ausschlaggebend sind. „Wir reden über ein Gesamtinvest von über 100 Millionen Euro und über eine Förderung von fast 90 Prozent und somit über gewaltig viel Steuergeld. Da ist es die Verantwortung eines Ministers, vorher zu prüfen, dass dieses Geld gut investiert ist und das Vorhaben langfristig wirtschaftlich ist“, so Buchholz. Dieser sieht sich nicht nur als Geldgeber und Förderer, sondern findet sich ebenfalls in der Rolle des Mediators wieder, der Menschen zusammenbringt, damit sie die Gemeinsamkeiten stärker betonen als die Konkurrenzsituation. Brunsbüttel ist der wichtigste industrielle Standort in Schleswig-Holstein, der die Chance hat, als ein wachsender und dynamischer Industriestandort unterwegs zu sein, der unabhängig von den bisherigen Möglichkeiten Wachstum zu produzieren, Innovationsfähigkeit und Innovationskraft aufweist, die für die Region und auch bundesweit interessant sind. „Ich rede nicht nur vom LNG-Terminal“, unterstrich Buchholz. „Wir sind als Land, dass im Bereich der Energiewende führen unterwegs ist und auch das Land, das vielleicht den nächsten Schritt dieser Energiewende mit befördern und betreiben muss“, sagte Bernd Buchholz und benannte Power to Gas und Wasserstoff-Technologien als beispielgebende innovative Möglichkeiten, Windenergie auch in den Verkehrs- und Wärmebereich zu bringen und somit neue Innovationsbereiche in Deutschland zu kreieren. „Es ist wichtig, dass wir ökologische Verantwortung mit ökonomischer Vernunft kombinieren“, äußerte der Minister.

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