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Brunsbütteler Gutachten setzt Bundesverkehrsministerium unter Druck

By Jens-Peter Mohr | In Allgemein | on April 8, 2017
08.08.2017 Schleswig-Holstein - Erstmals wurde jetzt in einem Gutachten die wirtschaftliche Bedeutung der drei Brunsbütteler Häfen ermittelt. Das Ergebnis der umfassende Studio wurde gestern von dem Beratungsunternehmen CPL Competence in Ports an Logistics präsentiert. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Brunsbüttel Ports als Eigentümer und Betreiber der drei Häfen, das Lübecker Unternehmen damit Beauftragt, die regionalökonomischen Effekte der Häfen sowie ihre Verflechtung mit der Stadt und der Region zu untersuchen. „Mit dem unabhängigen Gutachten wollen wir die Bedeutung der Häfen verdeutlichen“, sagte Hafenchef Frank Schnabel und unterstrich: „Auf politischer Bundesebene wurde immer mit falschen Prognosen und Zahlen gerechnet, die wir jetzt widerlegen können.“ Das Gutachten soll somit helfen, wichtige, dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen in und um Brunsbüttel nachträglich noch in den Bundesverkehrswegeplan 2030 von Minister Dobrindt zu bringen. Allen voran den zweigleisigen Ausbau der Güterbahntrasse Wilster-Brunsbüttel und dessen Elektrifizierung sowie die Sanierung des Güterbahnhofs Brunsbüttel und die Verlagerung der Bahntrasse um das Werk der Total Bitumen herum. Wichtig sind aber auch der dreispurige Ausbau der B5 über Wilster hinaus sowie der Ausbau der A20 inklusive Elbquerung. „Wir setzen auf die Unterstützung unserer Bundestagsabgeordneten aus der Region und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, die mit diesem Gutachten klare Fakten vorweisen können. Eigentlich kann in Berlin nun keiner mehr nein zum Ausbau der Bahntrasse sagen“, so der Brunsbüttel Ports Geschäftsführer. In den vergangenen Jahren sind immer wieder Projekte an Standorte der Ostküste Schleswig-Holsteins oder Niedersachsen vorgezogen und durchgedrückt worden, die in ihrer Notwendigkeit nicht höher einzustufen waren. „Wir verlangen lediglich eine Gleichbehandlung und hoffen mit der Studie das Bundesverkehrsministerium zum Umdenken bewegen zu können.“ Laut Gutachten verzeichneten die drei Häfen im vergangenen Jahr einen Gesamtumschlag von annährend 12 Millionen Tonnen. Damit konnte das Unternehmen innerhalb von nur sechs Jahren den Umschlag um 25 Prozent steigern. Eine Steigerung, die weit über der Vorhersage des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur liegt. Das Ministerium hatte in seiner Seeverkehrsprognose, den drei Brunsbütteler Häfen gerade mal ein Wachstum von eineinhalb Prozent prognostiziert. Auch wenn Brunsbüttel mit den Umschlagszahlen hinter Lübeck liegt, so sind die Häfen in der Schleusenstadt den Ostseehafen im Bereich Wertschöpfung deutlich voraus. Insgesamt sind 7086 Mitarbeiter in den beiden Kanalhäfen sowie dem Elbehafen beschäftigt. Die Zahl der Beschäftigten, die von den Brunsbütteler Häfen abhängigen sind, ist noch etwas höher. Im Umkreis von 50 Kilometern um die Schleusenstadt hängen insgesamt 12577 Arbeitsplätze an dem Unternehmen. „Diese generierten einen Nettoumsatz von rund 5,8 Milliarden Euro und eine Bruttowertschöpfung von etwa 870 Millionen Euro“, äußerte CPL-Gutachter Jobst Schlennstedt, Die wirtschaftliche Bedeutung insbesondere des Elbehafens wird aus Sicht des Gutachters in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Bereits angesiedelte Unternehmen und wie kürzlich bekannt wurde der niederländische Konzern Gasunie wollen in Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet investieren. Investitionen von insgesamt rund 800 Millionen Euro sind geplant. Eine 450 Hektar große Ansiedelungsfläche mit attraktiven Rahmenbedingungen und Voraussetzungen bietet Platz für Neuansiedlungen. „Mit diesen ist zu rechnen, insbesondere seit Gasunie den Bau eines LNG-Terminals ankündigte“, so Jobst Schlennstedt. Von den Investitionen wird auch der Elbehafen profitieren. Mittelfristig sieht das Beratungsunternehmen die Chance, dass in Brunsbüttel bis zu hafenabhängige 1000 Arbeitsplätze entstehen werden. „Das Transportpotenzial wird sich mittelfristig mehr als verdoppeln. Dafür reicht die Verkehrsanbindung jedoch nicht. Zu rechnen ist mit 36 Ganzzugfahrten pro Werktag“, sagt er. Aus Sicht der Gutachter wird die maximale Kapazität der Bahntrasse Wilster- Brunsbüttel damit zukünftig deutlich überschritten.  

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