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Neubeginn für Wagner

By Jens-Peter Mohr | In Allgemein | on Februar 2, 2017

02.02.2017 Schleswig-Holstein - Aufatmen bei rund 140 Mitarbeitern der Brunsbütteler Pralinenmanufaktur Wagner. Seit gestern ist es offiziell: Die drohende Insolvenz des in wirtschaftliche Schieflage geratenen Traditionsunternehmens ist vom Tisch. Mit der Unterzeichnung aller nötigen Verträge besiegelten Jörg Wagner und Gerhard Baum, als Vertreter der Investorengruppe nicht nur die künftige Zusammenarbeit, sondern legten gleichzeitig den Grundstein für die neue Zukunft des Unternehmens. „Mit Standing Ovation nahmen die Mitarbeiter diese frohe Botschaft auf“, sagte Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Im Rahmen einer Betriebsversammlung waren diese über die Veränderungen informiert worden. Sowohl Pannen als auch Jörg Wagner nutzen die Zusammenkunft, um den Mitarbeiter ein großes Lob auszusprechen. Das gesamte Jahr über habe die gesamte Belegschaft mit unglaublichen Engagement hinter der Geschäftsleitung und dem Unternehmen gestanden und somit einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, das die Insolvenz abgewendet werden konnte, unterstrichen der Geschäftsführer und Insolvenzverwalter gemeinschaftlich.

Seit gestern wird das Unternehmen nun von der Wagner Pralinen GmbH & Co. KG, deren Anteile zum einen von Jörg Wagner und zum anderen von einer Investorengruppe gehalten wird fortgeführt. Sowohl der Standort Brunsbüttel mit Verwaltung und Produktion als auch der Bereich in Meldorf mit Verpackung und Versand bleiben erhalten. In gewohnter Qualität werden feine Confiserie-Spezialitäten nach traditionellen Rezepten in Handarbeit produziert und weltweit in den Handel gebracht. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Unternehmen nunmehr gesichert in die Zukunft steuert und freue mich, dass unsere hochwertigen Produkte weiterhin am Markt angeboten werden“, sagte Jörg Wagner, der gemeinsam mit Gerhard Baum die Geschäftsführung übernimmt.

Dem neuen Geschäftsführer aus Lensahn (Kreis Ostholstein) ist das Brunsbütteler Unternehmen nicht fremd. „Ich bin mit dem Unternehmen eigentlich schon seit 40 Jahren verbunden“, sagte Baum und ergänzte: „Als Handelsvertreter für Industrieverpackungen habe ich damals schon mit dem Senior-Chef gehandelt und verhandelt.“ Aus der Zeitung erfuhr dieser dann von der wirtschaftlichen Situation des familiengeführten Unternehmens in der Schleusenstadt und entschied sich zu helfen. Ihm gelang es ein Gruppen von Investoren zu vereinen, die nicht nur von den Produkten aus dem Hause Wagner überzeugt sind, sondern auch von dem Unternehmen.

Im Rahmen eines umfassenden Verkaufsprozesses ist es dem im Februar des vorigen Jahres eingesetzten renommierten Insolvenzverwalter Klaus Pannen aus Hamburg schließlich gelungen, den Geschäftsbetrieb, der in finanzielle Schieflage geratenen Pralinenmanufaktur, auf ein neues Unternehmen zu übertragen und alle Arbeitsplätze zu retten.

"Aufgrund der hervorragenden Arbeit der Mitarbeiter und der Geschäftsführung war es möglich, das insolvente Unternehmen über einen Zeitraum von fast einem Jahr uneingeschränkt fortzuführen und einen neuen, langfristig orientierten Investor zu finden“, sagte Klau Pannen, der in seiner mehr als 30jährigen Berufspraxis zahlreiche Insolvenzverfahren, Konkurs- und Gesamtvollstreckungsverfahren als Verwalter bearbeitet und zahlreiche Unternehmen im In- und Ausland saniert hat. Durch die unbeschränkte Fortführung der Betriebs- und Geschäftsabläufe war es möglich, die Beziehungen mit Geschäftspartnern aufrechtzuhalten und parallel die Suche nach Investoren zu betreiben und das Unternehmen eben nicht unter das Dach irgendeines Süßwarenkonzerns zu bringen. Sowohl die Kunden insbesondere einer der wichtigsten Großabnehmer, als auch die Zulieferer schenkten dem Insolvenzverwalter ihr vertrauen und bauten auf sein Wort, dass alle Vereinbarungen eingehalten werden und wurden nicht enttäuscht. „Wir haben das Jahr durchgestanden, ohne einen Cent Massekredit“, unterstrich Pannen die gute Zusammenarbeit auf allen Seiten.

„Wir werden uns die nächsten drei bis vier Jahre in erster Linie darauf konzentrieren das Unternehmen zu stabilisieren“, kündigte Gerhard Baum an. Das schließe jedoch nicht aus, dass man dabei neue Märkte erschließe. Zahlreiche Ideen seinen bereits vorhanden. „Es gibt Unternehmen die machen es uns doch vor, wie beispielsweise die Zusammenstellung des eigenen Lieblingsmüslies, so etwas lässt sich auch in unserem Bereich umsetzen“, so Baum, der unter anderen den Onlinehandel vorantreiben möchte.

Erleichtert über den glücklichen Ausgang können auch die Mürwicker Werkstätten, mit Sitz in Flensburg und die Glückstädter Werkstätten sein. Die Investorengruppe kündigte an, auch zukünftig im Verpackungsbereich mit den Einrichtungen zur Integration behinderter Menschen zusammenarbeiten zu wollen. Mit der erfolgreichen Sanierung der Pralinenmanufaktur wird somit zugleich die Beschäftigung für rund 100 Arbeitsplätze in den Werkstätten gesichert.

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