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8. Krebsinformationstage – Wissen hilft zu überleben!

Unter dem Motto „Wissen hilft überleben“ veranstaltet der Wattolümpia-Verein vom 26. September bis zum 04. November die 8. Brunsbütteler Krebsinformationstage.  „Es war ein organisatorischer Kraftakt. Doch es hat sich gelohnt“, zeigt sich Organisator Jens Rusch begeistert, das international anerkannte, medizinische Experten aus dem In- und Ausland als Referenten für die Krebsinformationstage gewonnen werden konnten.

„Nachdem ich vor einigen Jahren selber an Krebs erkrankte und einen monatelangen Höllenritt mit zahlreichen Operationen und unbeschreiblichen Schmerzen durchleben musste, ist es mir ein persönliches Anliegen, das Thema der Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke öffentlich zu behandeln“, sagt Rusch und betont „Ich bin kein Kiffer! Doch nach meinem heutigen Wissenstand, hätten Cannabis-Extrakte mein Leiden deutlich lindern können.“ Der freischaffende Künstler, der 2001 an einem Zungengrundtumor erkrankte, erlitt während der Strahlentherapie schwerste Verbrennungen um Mundraum. Opiate sollten die Schmerzen abschwächen, doch die angestrebte Wirkung blieb weitgehend aus. Die starken Nebenwirkungen des Morphiums setzten ihm stattdessen zusätzlich zu. Ein Artikel in einer renommierten Zeitschrift, über den Einsatz von Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) in der Onkologie und Schmerztherapie brachten den heute 66-jährigen Brunsbütteler auf das Thema. Bei seinen Recherchen stieß Rusch unter anderen auf Publikationen des Israelischen Anästhesisten DR. Michael Lottan. „Israel ist uns um einiges voraus, wenn es um die staatlich kontrollierte Nutzung von CBD und THC in der Medizin geht. Daher habe ich Dr. Michael Lottan aus Tel Aviv als Experten zu diesem Thema eingeladen“, betont Rusch. Am 28. Oktober um 18 Uhr wird dieser in der Galerie Rusch über seine medizinischen Erfahrungen mit Cannabis in der Onkologie und Schmerztherapie in Israel berichten. Ebenfalls über Erfahrungen mit Cannabis in der Onkologie wird Dr. Robert Gorter am 1. November um 19 Uhr referieren. Der Mediziner erforscht bereits seit 1971 die klinische Anwendung von Cannabis in Amsterdam, beteiligte sich maßgeblich an der Entwicklung der Hyperthermie und hält regelmäßig Vorträger über Mistel-Therapie. „PD Dr. Robert Gorter reist eigens für diesen Vortrag aus Indien an“, deutet Rusch auf den Stellenwert hin, den die Krebsinformationstage mittlerweile unter den referierenden Fachärzten genießen.

Eingeleitet werden die Expertenvorträge in der Galerie Rusch bereits am 25. Oktober um 19 Uhr durch Prof. Dr. Maximilian Mehdorn. Der ehemalige Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck setzte neue Maßstäbe und erwarb sich vor allem durch Operationen bestimmter Hirntumore in Lokalanästhesie und durch die Verbindung von Molekularbiologie und Neuropsychologie international einen exzellenten Ruf.  „Der Krebs und das Gehirn“, so der Titel seines Vortrags.

Neben den Veranstaltungen in der Galerie Rusch wird es drei Informationsabende im Krebsberatungs-Zentrum in der Koogstraße geben. Den Auftakt setzt hier Marina Johannsen am 26. September um 18 Uhr. Die Ernährungsberaterin gibt Brustkrebspatienten hilfreiche Tipps rund um die Ernährung bei einer antihormonellen Therapie. Am 28. September um 19 Uhr informiert indessen der Chefarzt für Innere Medizin der Westküstenklinik Brunsbüttel, Dr. Thomas Thomsen über die endoskopischen Möglichkeiten der Vorsorge und Behandlung von Krebserkrankungen im Magen-Darmtrakt. „An nichts orientieren sich Krebspatienten mehr, als an den Erfahrungen anderer Krebsbetroffener“, so Jens Rusch. Daher wird der Organisator der Krebsinformationstage am 8. November um 19 Uhr selber über seine persönlichen Erfahrungen berichten. Zusätzlich steht am 11. November um 19 Uhrt mit Dr. Bernd Schmude nicht nur ein Arzt vor den Zuhörern, sondern ebenfalls ein Krebsbetroffener. „Diagnose Krebs – Heilungschancen nutzen statt Ende beschließen“, lautet der Titel seines Vortrages.

Mit fachkundiger Unterstützung bemüht sich der Wattolümpia-Verein derzeit um eine Zertifizierung der Krebsinformationstage durch die Ärztekammer. Die im Rahmen der Informationstage stattfindenden Vorträge würden dann als Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte anerkannt werden.

„Wir hoffen immer auf die Teilnahme vieler Ärzte. Dieses Mal würde ich mir jedoch auch Entscheidungsträger aus der Politik unter den Gästen wünschen. Meiner persönlichen Meinung nach, setzten sich diese viel zu oberflächlich mit der Legalisierung von Cannabis, insbesondere jedoch mit der Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke auseinander und fällen daher Entscheidung aus der Unwissenheit heraus“, ärgert sich Rusch über langwierige politische Debatten.

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