Brunsbüttel

Hitzige Debatte im Bauausschuss

Erhitzte Gemüter – Bereits im Vorfeld der Sitzung des Brunsbütteler Bauausschusses hatte es Ärger gegeben. Zur selben Zeit, zu der die deutsche Nationalmannschaft ihr Gruppenspiel gegen Nordirland bestreiten sollte, sollte der Ausschuss über 17 öffentliche sowie nichtöffentliche Tagesordnungspunkte beratschlagen und abstimmen. Das stieß manch einem Ausschussmitglied sauer auf. Daran änderte dann auch die zweistündige Verschiebung der Sitzung nichts. „Ich will hier nicht bis in die Nacht sitzen und beantrage daher die Sitzung um 22 Uhr zu beenden“, forderte Ratsher Wilhelm Malierus (SPD) und fand den Zuspruch seiner Mitstreiter.

 

Entsprechend emotionsgeladen viel jedoch die Debatte zur Umgestaltung des Von-Humboldt-Platzes aus. Ausgaben in Höhe von rund 110 000 Euro hatte die Mitarbeiterin des städtischen Bauamts, Claudia Brakhage in einer ersten Kostenaufstellung für das Vorhaben ermittelt. Anhand zweier Gestaltungskonzepte, die nach Beratungsgesprächen mit Anwohnern angefertigt worden waren, erläuterte sie den Ausschussmitgliedern, mit welchen gestalterischen Mitteln das Areal, das zwischen Elbeforum, DRK-Altenhilfezentrum Haus Süderdöffte und Mehrfamilienhäusern gelegen ist, zu einem Ort der Begegnung umgestaltet werden könnte. Dabei setzten die Konzepte insbesondere auf eine Begrünung des Areals mit dem reaktivierten Springbrunnen im Zentrum.

 

„Ich habe den Eindruck, dass Maßnahmen die von der Verwaltung begrüßte werden, hier mit extra niedrigen Kosten angesetzt werden“, zweifelte der CDU-Faktionsvorsitzende Peter Hollmann die Kostenaufstellung an. Ferner monierte dieser den räumlichen Umfang der Maßnahme. „Der Initiator dieses Vorhabens war der Heimleiter des Hauses Süderdöffte, Uwe Witt. Wenn ich sehe in welchen Radius sie die Bewohner seines Hauses bewegen, dann brauchen sie nicht die komplette Größe des Platzes“, so Hollmann. Der Von-Humboldt-Platz sei ein gescheitertes Projekt, das zur Freude des Fraktionsvorsitzenden zumindest von einigen Autofahrern als Parkplatz genutzt wird.

„Die meisten Senioren die rausgehen, suchen sich die nächstgelegene Bank und die steht auf dem Vorplatz des Hauses. Herr Witt fordert nun von der Stadt eine Umgestaltung des gesamten Platzes und an seinem eigenen Vorplatz macht er gar nichts“, kritisierte Wilhelm Malierius (SPD) und sprach sich wie Peter Hollmann gegen eine Umgestaltung des Platzes aus.

 

„Für mich macht es den Eindruck, dass wir den Vorplatz einer gewerblich genutzten Einrichtung verschönern sollen. Wir sollten das Geld lieber für andere seniorengerechte Investitionen ausgeben“, so Michael Mohr (FDP). Seine Fraktionskollegin Bettina Jebens forderte, sich auf die Gestaltung des Gustav-Meyer-Platzes zu konzentrieren, da dieser das Aushängeschild der Schleusenstadt ist. „Wenn wir uns zurückerinnern: Der Brunnen musste abgestellt werden und die Jugendlichen wurden mit der Polizei vertrieben, weil den Anwohnern dies alles zu laut war und nun lassen wir uns von einem einzigen Bürger vorführen“, so Jebens.  Ähnlicher Meinung war auch Christian Barz von den Grünen.

Jürgen Abromeit (SPD) versuchte die Wogen etwas zu glätten indem er sich dafür aussprach, zumindest einen Teilbereich des Platzes mit Bänken, Büschen sowie seniorengerechten Wegen umzugestalten.

„Mich Ärgert es, das damals als Herr Witt im Ausschuss war nicht gesagt wurde und nun wird alles als Blödsinn niedergeknüppelt. So kann man nicht miteinander umgehen“, kritisierte Bernhard Wutkowski, die Vorgehensweise der Ausschussmitglieder. „Die Kosten sind zu hoch, aber vielleicht lassen sich Möglichkeiten finden, wie man das günstiger gestalten kann“, ergänzte der Sozialdemokrat

„Ich bin erstaunt, dass das so zurückgewiesen wird“, äußerte Bauamtsleiterin Astrid Gase. In anderen Teilen der Stadt seien ähnliche Umgestaltungsmaßnahmen bereitwillig genehmigt worden.  Ferner wies die Bauamtschefin darauf hin, dass in Zuge der Unterhaltungspflicht einige Baumaßnahmen, wie die Erneuerung des defekten Entwässerungssystems für das Oberflächenwasser oder die Erneuerung der Beleuchtungsanlagen, ohnehin gemacht werden müssten.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass eine detaillierte Kostenaufstellung Klarheit darüber bringen soll, wo Einsparungen möglich wären um den genauen Umfang der Umgestaltung zu ermitteln.

Humboldt02

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