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Technische Mängen an Gefahrguttransporter

Kreis Steinburg (ots) – Verkehrskontrolle auf der Bundesstraße 5 bei Bekmünde: Dort stoppten Beamte des Polizei-Bezirksreviers Itzehoe am vergangenen Freitag einen Sattelschlepper, der von einem dänischen Berufskraftfahrer (62) gelenkt wurde. Geladen hatte die Einheit, bestehend aus Zugmaschine mit dänischem Kennzeichen und Anhänger mit polnischem Kennzeichen, noch eine Restmenge Ammoniak – eine giftige, ätzende und unter Umständen auch brennbare Chemikalie. Der Gefahrguttransporter war auf dem Weg zu einer Firma in Brunsbüttel, um den Tankauflieger beladen zu lassen.

Angehalten wurde die Beförderungseinheit, weil sie vom Erscheinungsbild her mangelhaft erschien. Im Rahmen der Kontrolle stellten die Verkehrspolizisten dann auch fest, dass der Tankauflieger „erhebliche technische Mängel an der Bremsanlage und am Fahrwerk“ hatte. Weil vor Ort diese Mängel „nicht umfassend und beweissicher dokumentiert“ werden konnten, stellten die Ordnungshüter den Sattelzug sicher und geleiteten ihn mit reduzierter Geschwindigkeit zum TÜV – dort sollte er von einem Sachverständigen begutachtet werden.

Während der Untersuchung in der Prüfhalle beanstandete der Prüfer die erzielten Bremswerte beim Tankauflieger und ein Sachverständiger stellte beschädigte Bauteile an der Bedieneinrichtung fest – aber auch Gasgeruch.

Die Untersuchung wurde abgebrochen und der Sattelzug – um Prüfer, Sachverständigen und Polizisten nicht zu gefährden – ins Freie gebracht. Folge war auch, dass die Feuerwehr nach Alarmierung zum Messen der Leckage anrückte und der Hof des TÜV geräumt wurde. Dadurch kam es zu Untersuchungsausfällen an anderen Fahrzeugen und somit zu einem wirtschaftlichen Verlust des TÜV – die Rechnung dafür geht an die Firma, in dessen Diensten der Fahrer des Gefahrguttransporters steht.

Weil die verantwortliche dänische Firma nicht bereit war, weitere Maßnahmen an der Beförderungseinheit vornehmen zu lassen, ordnete ein Richter des Amtsgerichts Itzehoe ihre Beschlagnahme an.

Spezialisten des Gefahrgutzuges der Feuerwehr rieten dringen dazu, das Fahrzeug vor den anstehenden Folgemaßnahmen reinigen zu lassen. Das konnte vor Ort nicht gefahrlos praktiziert werden. Laut Polizeibericht wurde die Beförderungseinheit mit polizeilicher Begleitung und stark reduzierter Geschwindigkeit nach Brunsbüttel begleitet und dort an geeignetem Ort gereinigt.

Am Mittwoch (24.4.) war der Dekontaminationsvorgang abgeschlossen. Die anfallenden Kosten werden der dänischen Firma in Rechnung gestellt.

Bei der anschließenden technischen Begutachtung der Beförderungseinheit stellte ein Sachverständiger diverse „erhebliche Mängel“ fest. „Die Verkehrssicherheit war erheblich beeinträchtigt“, teilt das Polizei-Bezirksrevier Itzehoe dazu mit.

Zurzeit befindet sich die Beförderungseinheit in Brunsbüttel. Festgelegt wurde durch die verantwortliche dänische Firma, die bereits eine richterlich angeordnete Sicherheitsleistung in Höhe von 3.000 Euro vor Ort bezahlt hat, dass sie in den nächsten Tagen abgeholt und verladen wird.

Wahrscheinlich ist, dass der Sattelanhänger verschrottet wird. Kennzeichen und Fahrzeugschein des Sattelanhängers wurden einbehalten und gehen an die polnische Botschaft.

Ordnungswidrigkeitenanzeigen sind bereits auf den Weg gebracht.

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