Büttel Wilstermarsch

Blockade von Yara aus Sicht der Aktivisten erfolgreich

TEXT: freethesoil.org

Zwischen Montag, dem 23. September 2019, um 11.30Uhr und Dienstag, dem 24. September 2019 um 15 Uhr haben Aktivist*innen des Bündnisses „Free The Soil“ (Dt: „Befreit die Böden“) mehrere Eingänge der Produktionsstätte des Düngemittelherstellers Yara in Brunsbüttel über 28 Stunden lang erfolgreich blockiert. Zwölf Menschen gelangten in der Nacht von Montag auf Dienstag auf das Yara-Gelände. Die Aktivist*innen haben damit auf die klimaschädlichen Praktiken der Agrarindustrie aufmerksam gemacht. Die gesamte Lebensmittelproduktion ist laut Schätzungen der Organisation GRAIN für rund 50 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Am Montagmorgen um 10 Uhr zogen rund 400 Aktivist*innen aus einem selbstorganisierten Bildungscamp in St. Margarethen bunt und entschlossen mit einer Sambagruppe zur Yara-Produktionsstätte in Brunsbüttel los. Die Aktivist*innen trennten sich in zwei Gruppen: den lila-silbernen und den türkisen Finger. Gegen 11:30 Uhr waren zwei Eingänge des Yara-Werks von den Fingern blockiert. In der einen Blockade wurden zwei Tripods aufgestellt, auf denen zwei Aktivist*innen, in einer Höhe von circa 3 Metern saßen. Die Stimmung blieb den ganzen Tag über gut, es wurde gesungen und getanzt. Während des Tages waren die Produktionsvorgänge in der Anlage eingeschränkt, statt in drei wurde in zwei Schichten gearbeitet und vor Ort waren weniger Mitarbeitende als üblich. Auch der Gütertransport war eingeschränkt.

,,Wir haben Yara als Ziel gewählt, da der Konzern treibender Motor des Klimawandels ist. Wir haben Sand ins Getriebe der Agrarindustrie gestreut, denn wir können nicht länger zusehen, wie diese unsere Zukunft zerstört wird.‘‘, meint Luca von Free the Soil.

Am Abend des 23.09. drang eine kleinere Gruppe zu einem dritten Eingang vor, der ebenfalls blockiert wurde. Die Blockade wurde jedoch nach circa einer Stunde geräumt, es wurde niemand festgenommen. In der Nacht gelang es rund zwölf Aktivist*innen, in das Gelände von Yara einzudringen. Fünf Personen stiegen auf das Dach der Fabrik und ketteten sich dort an. Am Dienstagmittag versuchte der gold-gelbene Finger, eine Abspaltung der beiden anderen Finger, erneut das dritte Tor zu blockieren. Die Polizei legte Hand gegen die Aktivist*innen an.

„We wanted to go out of the frame in which Yara and the police put the mass action. We believe it is now needed to touch Yara at its core to tackle down industrial agriculture; Thats why we decided to go in and disrupt the foncitonment of the plant.“ sagt Aktivist*in Camille auf dem Gelände.

Insgesamt wurden während der Aktion 30 Personen in Gewahrsam genommen. Inzwischen wurden alle wieder freigelassen.

Mila, Teil des türkisen Fingers, ergänzt: „Wir haben Yara heute erfolgreich blockiert und somit einen weiteren Schritt für einen sofortigen Systemwandel eingeleitet. Wir verstehen uns als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung und nach dem Entscheid der Bundesregierung zum ‘Klimapakt‘ fühlen wir uns gezwungen, die sofortige Agrarwende selber in die Hand zu nehmen.‘‘